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Zu Besuch bei den Aussteigern

In den Ausläufern der bolivianischen Anden liegt Samaipata. Aussteiger aus unterschiedlichen Ländern nutzen diesen ruhigen Flecken Erde, um ihren Vorstellungen vom Leben ein Stück näher zu kommen. Doch die kleine Ortschaft ist nicht nur die Erfüllung von Aussteigerträumen, sondern ist mit zahlreichen Wanderrouten und der in der Nähe gelegenen Inka-Ruinenstätte El Fuerte auch für Durchreisende interessant.

Samaipata. Das schummrige Licht der wenigen Laternen erleuchtet die aufgeweichten, matschigen Straßen von Samaipata, als wir mitten in einer verregneten Nacht in der kleinen Ortschaft im Osten Boliviens ankommen. Wir ziehen unsere Regenkapuzen über den Kopf. Ein paar Hunde laufen uns entgegen und beschnüffeln uns. Wir setzen unseren Weg in Richtung Hostel fort. Die Vierbeiner folgen uns für eine kurze Zeit, verlieren aber irgendwann das Interesse und verschwinden schließlich in der Dunkelheit. Aus dieser taucht wenig später eine Frau auf. Gut für uns, denn die Bolivianerin kann uns erklären, wie wir am schnellsten unsere Unterkunft finden.

Treffpunkt der Aussteiger

Am kommenden Morgen sieht die Welt schon wieder freundlicher aus. Die Sonne steht hoch oben am Himmel und bestrahlt die grünen Hügel, die das auf knapp über 1.600 Meter gelegene Samaipata umgeben. Wir nutzen das schöne Wetter und drehen eine Runde durch das 5.000-Seelen-Dorf. Viel gibt es jedoch nicht zu entdecken. Staubige Pisten, einfache Häuser.

Eine der staubigen Straßen von Samaipata.

Eine der staubigen Straßen von Samaipata.

Wir kehren nach einiger Zeit in der Bar La Bohème ein, die gut besucht ist. Jüngere Leute, alternativ angehaucht. Wie wir den lebendigen Gesprächen an der Theke entnehmen, sind die wenigsten aus Samaipata bzw. Bolivien. Vor allem die Fraktion der Argentinier scheint groß zu sein.

Die Bar an der Ecke ist der Treffpunkt des Dorfes.

Die Bar an der Ecke ist der Treffpunkt des Dorfes.

Bei verschiedenen Begegnungen in den kommenden Tagen erfahren wir, dass sie sich in Samaipata unter anderem als Pizzabäcker oder als Cafébetreiber versuchen. Oder sie verkaufen auf der Straße selbst hergestellten Schmuck wie Armbänder und Halsketten. Für Aussteiger ist Samaipata ein gutes Pflaster. Das Leben fühlt sich hier leicht an.

Wandern in den Andenausläufern

Doch Samaipata lädt nicht nur zum „Aussteigen“, sondern auch zum Wandern ein – wie wir selber getestet haben. Circa fünf Stunden wandern wir durch die hüglige Landschaft der Andenausläufer. Über Stock und Stein.

Der Blick auf Samaipata von oben.

Der Blick auf Samaipata von oben.

Und zwischenzeitlich stellt sich uns sogar ein großer Bulle mit seiner Herde in den Weg. Mit einem Stock ausgerüstet, machen wir einen Bogen um diesen. Allerdings durchkreuzt das massige Tier unseren Plan und stapft ein paar Schritte auf uns zu. Dann zieht er aber doch zurück – und wir kommen ungeschoren davon.

Auf unserer weiteren Route nach oben haben wir immer wieder sehr schöne Ausblicke auf die dicht bewachsenen Berge der Cordillera Oriental, die im satten Sonnenschein strahlen.

Wandern bei schönstem Wetter.

Wandern bei schönstem Wetter.

Inka-Ruinenstätte im Nebel

Wetterumschwung am nächsten Tag. Erneut. Das Tal liegt im dichten Nebel. Unseren Plan für heute, El Fuerte zu besuchen, schmeißen wir trotzdem nicht über den Haufen. Wir steigen also in Samaipata in ein Taxi, das uns auf einen fast 2.000 Meter hohen Berggipfel bringt, wo die circa 40 Hektar große Inka-Ruinenstätte zu finden ist.

Zuerst gehen wir durch ein kleines Waldstück. Der Tau tropft von den grünen Blättern. Es ist kalt. Zwischenzeitlich ziehe ich mir sogar Handschuhe über. Wenig später stehen wir auf einer Plattform aus Holz. Von dort sollen wir eigentlich einen rund 200 Meter langen und 40 Meter breiten Felsen aus Sandstein sowie ein danebengelegenes Plateau sehen. Der graue Schleier in der Luft macht dies jedoch zu einer schwierigen Angelegenheit. Wir können nur den ersten Teil dieses Zeugnisses der Inka erspähen.

Auf dem Weg zur Inka-Ruinenstätte El Fuerte.

Auf dem Weg zur Inka-Ruinenstätte El Fuerte.

Sehr neblig ist es.

Sehr neblig ist es.

Egal, wir haben trotzdem Spaß.

Egal, wir haben trotzdem Spaß.

Der große Felsen von El Fuerte ist in diesem Moment nicht komplett zu sehen.

Der große Felsen von El Fuerte ist in diesem Moment nicht komplett zu sehen.

Wir folgen den gut ausgeschilderten Weg durch El Fuerte bis zum Schluss – und kommen noch bei weiteren Bauten aus früheren Zeiten vorbei. Doch der Nebel legt sich erst, als wir zu Fuß wieder nach Samaipata aufbrechen. Im Sonnenschein geht es zurück zu den Aussteigern.

Weiter geht es mit dem Rundgang durch die Ruinenstätte.

Weiter geht es mit dem Rundgang durch die Ruinenstätte.

Von einigen Bauten ist noch etwas erhalten geblieben.

Von einigen Bauten ist noch etwas erhalten geblieben.

Die Sonne scheint, als wir Samaipata wieder erreichen.

Die Sonne scheint, als wir Samaipata wieder erreichen.

4 Kommentare

  1. renecorina sagt

    Klingt eher so, ihr steigt auch wieder ein…
    Nächste Woche kommen wir Euch ein bisschen entgegen, werden aber am Wasser halt machen!
    Caro ist gerade bei uns frühstücken, hat über Nacht gesittet. Nun sitzen wir bequem und verharren der Dinge…

    • Von einer Reise

      Wir denken, dass wir wieder einsteigen werden – ganz entschieden haben wir uns aber noch nicht ;-) Viel Spaß in Frankreich, genießt die Zeit und erholt Euch gut. Liebe Grüße von der kolumbianischen Karibikküste :-)

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