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Ouro Preto und Olinda: Koloniale Schmuckstücke

Die beiden Städte Ouro Preto und Olinda gelten als Perlen der Kolonialarchitektur in Brasilien. Zwei Schmuckstücke, die im ganzen Land bekannt und beliebt sind. Und trotz des immer mal wieder regnerischen Wetters während unserer Aufenthalte sind auch wir von deren Schönheit überzeugt.

Ouro Preto/Olinda. Brasilien hat einige Städte zu bieten, in denen die koloniale Vergangenheit des Landes aufgrund gut erhaltener barocker Architektur zum Greifen nah ist. Das im brasilianischen Bundesstaat Minas Gerais liegende Ouro Preto – das ins Deutsche als schwarzes Gold übersetzt wird und als eine der schönsten Städte Brasiliens gilt – ist ein faszinierendes Beispiel dafür. Das Pendant an der Nordostküste des größten südamerikanischen Landes heißt Olinda, deren Altstadt – genau wie die von Ouro Preto – von der UNESCO geschützt und mit ihren bunten Häusern ebenfalls ein Augenschmaus ist.

Ouro Preto – Die Stadt der barocken Kirchen

Von fast überall, wo wir in Ouro Preto stehen, können wir eine Kirche sehen. „Das stimmt“, sagt der Touristenführer Wilhelm, der sich uns vor der beeindruckenden, vom Bildhauer Aleijadinho – einem der berühmtesten Söhne von Ouro Preto – geschaffenen Igreja São Francisco de Assis vorstellt. Er lacht. Und ergänzt: „Hier gibt es insgesamt 24 Kirchen. Eine ganze Menge, nicht?“ Uff. Ja. Eine Stadt für Liebhaber von Gotteshäusern. Definitiv.

Die berühmte Igreja São Francisco de Assis in Ouro Preto.

Die berühmte Igreja São Francisco de Assis in Ouro Preto.

Die Kirche aus einem anderen Blickwinkel.

Die Kirche aus einem anderen Blickwinkel.

Im Gespräch mit einem Ouro-Preto-Experten.

Im Gespräch mit einem Ouro-Preto-Experten.

Einen kompletten Tag lang schlendern wir durch die Kopfsteinpflastergassen der hügeligen Altstadt. Berg hinauf, Berg hinunter. Und dabei eben auch vorbei an den meisten der zahlreichen Kirchen von Ouro Preto. Ebenfalls an der Ingreja Matriz de Nossa Senhora da Conceiçao de Antônio Dias mit dem Museu do Aleijadinho, die auf einer grünbewachsenen Erhebung über Treppenstufen zu erreichen ist. Wir mühen uns nach oben.

In den verwinkelten Gassen der Stadt.

In den verwinkelten Gassen der Stadt.

In Ouro Preto gibt es viele Kirchen zu entdecken.

In Ouro Preto gibt es viele Kirchen zu entdecken.

Aus der Entfernung.

Aus der Entfernung.

Oder aus der Nähe.

Oder aus der Nähe.

Hier richten wir unsere Blicke auf die Ingreja Matriz de Nossa Senhora da Conceiçao de Antônio Dias.

Hier richten wir unsere Blicke auf die Ingreja Matriz de Nossa Senhora da Conceiçao de Antônio Dias.

Wir posieren davor.

Wir posieren davor.

Doch die Mühe hat sich dank des herrlichen Ausblickes auf große Teile der fast 70.000 Einwohner fassenden Stadt gelohnt. Hunderte Häuser mit ihren rot-bräunlichen Ziegeldächern breiten sich vor uns aus. Viele davon stehen in grünen Hängen.

Ouro Preto ist eine sehr fotogene Stadt.

Ouro Preto ist eine sehr fotogene Stadt.

Wenn die Sonne scheint, sogar noch ein bisschen mehr.

Wenn die Sonne scheint, sogar noch ein bisschen mehr.

Und noch ein Beweis für die Schönheit der Stadt.

Und noch ein Beweis für die Schönheit der Stadt.

Ein Ort, der weit weg vom Rummel, Lärm und von der Hektik der Großstädte Brasiliens zu liegen scheint. Idylle und Abgeschiedenheit im Talkessel. Ouro Preto brodelt nicht unbedingt vor Leben, sondern hat eine beruhigende Wirkung auf uns.

Olinda – Trotz Regens ein Augenschmaus

Zu Olinda verhält sich unsere Gefühlswelt ein wenig anders. Wir müssen uns erst einmal an die Stadt an der brasilianischen Nordostküste gewöhnen. Dies liegt allerdings vor allem am Wetter. Denn als wir Olinda erreichen, schüttet es wie aus Kübeln. Alles wirkt grau und trist.

Olinda empfängt uns mit zahlreichen Kirchen, aber auch in einem dichten Grau.

Olinda empfängt uns mit zahlreichen Kirchen, aber auch in einem dichten Grau.

Dabei ist Olinda im Bundesstaat Pernambuco eigentlich eine äußerst ansehnliche Stadt. Nicht umsonst ist der Name einer der ältesten Städte Brasiliens aus dem Portugiesischen „Ó linda“ abgeleitet, was so viel wie „O wie schön“ bedeutet. Und das wird schließlich auch uns klar, als wir durch die nassen verwinkelten Gassen spazieren.

Zuerst stiefeln wir zum höchstgelegenen Platz in Olinda, dem Praça da Sé. Dort befindet sich nämlich nicht nur die Igreja da Sé, sondern von dieser Stelle haben wir auch einen beeindruckenden Ausblick auf die Wolkenkratzer von Recife. Aber auch über der nur „in Spuckweite“ entfernten Nachbarstadt hängen tiefe Wolken, die Regen vermuten lassen. Leider gießt es mittlerweile auch aus dem über uns schwebenden Grauschleier. Wir ziehen die Kapuzen unserer Regenjacken erneut über unsere Köpfe – und machen uns auf den Weg zu einem trockenen Unterschlupf, den wir kurz darauf finden: ein Souvenirladen.

Der Blick von Olinda nach Recife.

Der Blick von Olinda nach Recife.

Leider haben wir regnerisches Wetter erwischt.

Leider haben wir regnerisches Wetter erwischt.

Der Regen hat aufgehört. Und wir starten – ohne uns mit Schnickschnack von Olinda eingedeckt zu haben – einen neuen Versuch, die Altstadt zu erkunden. Nächster Halt ist die Igreja da Misericórdia, deren weiße Fassade uns gar nicht so weiß vorkommt. Die Witterung hat im Laufe der Zeit ihre unübersehbaren Spuren hinterlassen. Dann drehen wir uns um. Erneut eröffnet sich uns so die Sicht auf die unter uns befindlichen, mit Bäumen und Palmen gesäumten Gassen Olindas und den dahinter liegenden Ozean.

Die Igreja da Misericórdia.

Die Igreja da Misericórdia.

Von dieser Kirche können wir die tiefer gelegenen Gassen der Stadt sehen.

Von dieser Kirche können wir die tiefer gelegenen Gassen der Stadt sehen.

Und auch dies können wir erblicken.

Und auch dies können wir erblicken.

Uns gefällt, was wir sehen – und deswegen tauchen wir noch einmal in das Straßengewirr rund um den Praça João Alfredo ein. Die farbenfrohen, aneinandergereihten Gebäude sehen ein bisschen so aus, als ob sie sich in Schale geschmissen hätten, als ob sie verkleidet wären.

Bunte Häuser bestimmen das Bild in Olinda.

Bunte Häuser bestimmen das Bild in Olinda.

Auch wenn einige von diesen Häusern eher etwas schmuddelig aussehen.

Auch wenn einige von diesen Häusern eher etwas schmuddelig aussehen.

Wandbemalungen gibt es auch einige.

Wandbemalungen gibt es auch einige.

Ein weiteres schönes Graffiti.

Ein weiteres schönes Graffiti.

Dieser Vergleich ist gar nicht so weit hergeholt, denn Olinda ist für seinen Straßenkarneval im ganzen Land bekannt, wie wir erfahren. Jetzt weiß ich auch, warum mir als Rheinländer Olinda trotz des schlechten Wetters während unserer Stippvisite letztendlich doch noch ein gutes Gefühl vermittelt.

In diesem Sinne: Olinda Alaaf.

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