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Baños erkunden: Zu Fuß und mit dem Fahrrad

Baños ist das Abenteuersportzentrum in Ecuador. Wir sind aber nicht wegen abenteuerlichen Zeitvertreiben wie Rafting oder Ziplining in die Kleinstadt gefahren. Uns zieht es unter anderem wegen der geschwungenen Hügel und tosenden Wasserfälle nach Baños und Umgebung.

Baños. Viele kommen vor allem wegen der Action nach Baños. An einem Stahlseil befestigt sausen sie beispielsweise beim Ziplining durch eine Schlucht. Auch Rafting steht im Abenteuersportzentrum Ecuadors hoch im Kurs. Für uns ist an dem frischen Abend, an dem wir in Baños ankommen, jedoch das Thermalbad wichtig, für das die Kleinstadt ebenfalls bekannt ist.

Ziplining in der Nähe von Baños.

Ziplining in der Nähe von Baños.

Ich halte meine Zehen in das Wasser des erstbesten Beckens. Und zucke umgehend zusammen. Fast entweicht mir sogar ein Schrei aus der Kehle. Arschheiß ist es. Ich versuche es erneut. Dieses Mal stelle ich mich mental darauf ein. Und siehe da, es ist besser. Zumindest ein wenig. Lange Zeit halten wir es in dem Becken für Abgebrühte allerdings nicht aus. Wir wechseln. In ein anderes. Eins, in dem das Innere nicht ganz so heiß ist. Besser. Hier bleiben wir länger. Fast den ganzen Abend.

Wandern in den Hügeln von Baños

Am nächsten Morgen schnallen wir Wanderschuhe an unsere vom warmen Wasser des Vorabends verwöhnten Füße. Wir möchten die Umgebung der Stadt, die aus grünen Hügeln besteht, erkunden.

Deswegen biegen wir in einen Pfad ab, der in den Hang hineinführt. Wir kommen jedoch nicht weit, schon nach wenigen Metern ist der Weg versperrt. Pferde kauen auf Gras herum. Und machen keine Anstalten, ihren Platz zu räumen. Wir müssen warten. Doch dann öffnet sich eine kleine Lücke. Wir schnellen hindurch.

Pferde versperren uns den Weg.

Pferde versperren uns den Weg.

Unser erstes geplantes Ziel ist das Kreuz, das auf einem Hügel über der Stadt steht. Wir nehmen jedoch eine falsche Abbiegung – und wandern die andere Seite des Berges nach oben. Am Café del Cielo (Café des Himmels) kommen wir schließlich aus dem grünen Dickicht heraus. Auch von hier haben wir einen herrlichen Ausblick auf Baños.

Es geht weiter. Wir schlendern durch das winzige Bergdorf Runtun. Vorbei an mit Gemüse gefüllten Gewächshäusern und einer gelben Kirche. Ein gewohntes Bild. Denn ein Gotteshaus gibt es selbst in den kleinsten Käffern Südamerikas. Oder sogar auf einem Nebenarm des Amazonas. Religion spielt auf diesem Kontinent eine gewichtige Rolle.

Gewächshäuser im Bergdorf Runtun.

Gewächshäuser im Bergdorf Runtun.

Hier beginnt der bewohnte Teil von Runtun.

Hier beginnt der bewohnte Teil von Runtun.

Nachdem wir Runtun verlassen haben, hält plötzlich ein Geländewagen neben uns an. Der Fahrer fragt, ob wir auf dem Weg zum Casa del Arbol seien und ob er uns mitnehmen könne? Natürlich. Wir springen auf die bis dahin leere Ladefläche des Fahrzeugs. Und schon weht uns der Wind ins Gesicht. Wir müssen lächeln, es fühlt sich gut an.

Wir halten schließlich vor dem Casa del Arbol, ein kleines Baumhaus, das sich ziemlich weit oben auf dem Berg befindet. Wie sich herausstellt, kümmert sich unser Fahrer um die Verpflegung der Gäste, die bis hierhin gelangt sind. Ich helfe ihm kurz – und trage einen Kasten Bier zum Baumhaus. Die Augen von zwei Holländern, die dort auf einer Bank sitzen, funkeln mich an. „Das wäre doch nicht nötig gewesen“, lacht mich einer der beiden an und streckt mir seine Arme entgegen. „Alles für mich“, sage ich, bevor ich den Bierkasten abstelle.

Angekommen am Casa del Arbol.

Angekommen am Casa del Arbol.

Daniela und Susi wagen einen Blick von oben.

Daniela und Susi wagen einen Blick von oben.

Inmitten grüner Natur.

Inmitten grüner Natur.

Am Casa del Arbol gibt es zwei Highlights. Zum einen die an einem großen Ast befestigte Schaukel, auf der wir das Gefühl haben, Richtung Tal zu schweben. Zum anderen die Aussicht auf den aktiven, über 5.000 Meter hohen Vulkan Tungurahua, der an diesem Tag jedoch leider nicht zu sehen ist. Er versteckt sich hinter Wolken.

Genug geschaukelt. Der Rückweg steht jetzt auf dem Programm. Doch bevor wir wieder in Baños aufschlagen, statten wir der Jungfrau noch einen Besuch ab. Die Statue La Virgen blickt von einem Hügel auf der gegenüberliegenden Seite des Tals über die Touristenhochburg, die wir am Nachmittag erreichen.

Die Jungfrau von Baños.

Die Jungfrau von Baños.

Aussicht auf Baños.

Aussicht auf Baños.

Fahrradtour zu Wasserfällen in der Umgebung

Die Fahrradhelme passen, die wir in einer Reiseagentur in Baños am nächsten Morgen aufsetzen. Auch die Fahrräder, die wir für fünf US-Dollar für den heutigen Tag ausleihen, sind funktionstüchtig. Bei strahlendem Sonnenschein kann unsere Fahrradtour zu Wasserfällen in der Umgebung losgehen.

Startklar für die Fahrradtour.

Startklar für die Fahrradtour.

Größtenteils geht es bergab. Einige Kilometer an einer großen Straße entlang. Autos überholen uns, deren Fahrer dafür aber ordentlich aufs Gaspedal treten müssen, denn wir haben ebenfalls ein rasantes Tempo drauf.

Die ersten Wasserfälle, die wir an diesem Tag zu Gesicht bekommen, haben es schon in sich, doch der beeindruckendste ist der Pailón del Diablo. Wir lassen unsere Fahrräder stehen und gehen zuerst über eine Hängebrücke – und dann viele Stufen in die Tiefe. Von dort haben wir einen guten Blick auf den gewaltigen Wasserfall, der krachend herabstürzt. Ein Regenbogen erscheint über dem Wasser in der Schlucht. Sehr schön. Das passt.

Nachdem wir dieses Ambiente einige Minuten genossen haben, strampeln wir mit unseren Fahrrädern nach Machay, um von diesem Ort – nach einem Nachmittagssnack – mit einem Transporter zurück nach Baños gebracht zu werden.

Der Fahrradausflug ist beendet.

Der Fahrradausflug ist beendet.

Zeit für einen kleinen Imbiss.

Zeit für einen kleinen Imbiss.

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