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Die zwei Seiten Cartagenas

Cartagena ist eines der beliebtesten Touristenziele Kolumbiens. Vor allem die koloniale Altstadt mit bunten Häusern und entspannter Atmosphäre lockt Menschenmassen an. Aber auch das unangepasste Viertel Getsemani mit feurigem Nachtleben und kunstvollen Graffitis ist einen Besuch wert. Uns hat es sogar besser gefallen.

Cartagena. In der Stadt an der kolumbianischen Karibikküste tummeln sich die meisten Touristen in Kolumbien. Schließlich gilt sie als schön und sicher. Das Wetter passt zudem auch noch – es ist das ganze Jahr über warm. Hinzu kommt noch die entspannte Lebensweise der Küstenbewohner. Eine Mischung, die anziehend wirkt.

Uns ziehen besonders die Unterschiede Cartagenas an. Die feine Altstadt steht im Kontrast zum unangepassten Getsemani. Die zwei Seiten Cartagenas, die wir uns beide angeschaut haben.

Die feine Altstadt

Cartagenas Altstadt ist von einer hohen Mauer umgeben. Abgeschirmt vom restlichen Teil der Stadt, abgeschirmt vom restlichen Kolumbien. So fühlt es sich für uns zumindest an, als wir durch die engen Gassen mit ihren bunten Häusern und zahlreichen Palästen schlendern. Im historischen Zentrum von Cartagena ist es anders. Weniger hektisch, weniger laut, sauberer, es sieht aufgeräumter aus. Teure Boutiquen und Juweliere gibt es an fast jeder Ecke. Edle Restaurants ebenfalls. In Pferdekutschen werden Touristen mit dickeren Geldbörsen herumkutschiert.

Der Eingang in das historische Zentrum.

Der Eingang in das historische Zentrum.

Dort sind viele bunte Häuser zu sehen.

Dort sind viele bunte Häuser zu sehen.

Alles ist sehr aufgeräumt - etwas untypisch für Südamerika.

Alles ist sehr aufgeräumt – etwas untypisch für Südamerika.

Eine von zahlreichen engen Gassen der Altstadt.

Eine von zahlreichen engen Gassen der Altstadt.

Pferdekutschen sind ein beliebtes Fortbewegungsmittel bei den Touristen.

Pferdekutschen sind ein beliebtes Fortbewegungsmittel bei den Touristen.

Wir erkunden die Altstadt von Cartagena lieber auf unsere ausgiebig erprobte Art und Weise: zu Fuß. Nach ein paar Minuten gelangen wir zur Plaza de Santo Domingo, wo Touristen vor einer massigen Frauenskulptur des kolumbianischen Künstlers Fernando Botero für Fotos posieren. Dann erreichen wir den Plaza de Bolívar. Dort plätschern Brunnen. Und ein bronzener Simon Bolívar, der Vater der kolumbianischen Unabhängigkeit, sitzt zu Ross in der Mitte des Platzes. Wir machen es uns ebenfalls gemütlich – und ruhen uns kurz auf einer Parkbank aus.

Eine Statue von Simon Bolívar auf einem Platz im historischen Zentrum.

Eine Statue von Simon Bolívar auf einem Platz im historischen Zentrum.

Straßenhändler gibt es allerdings auch hier.

Straßenhändler gibt es allerdings auch hier.

Skulpturen wie diese zeigen sich immer wieder im Stadtbild.

Skulpturen wie diese zeigen sich immer wieder im Stadtbild.

Im Anschluss daran marschieren wir Schnurstracks Richtung Stadtmauer – und drehen auf dieser eine Runde. Auf der einen Seite funkelt die karibische See, auf der anderen blicken wir auf die Kuppel von Cartagenas Kathedrale. An den Tischen des Café del Mar sitzen Besucher in der Sonne und lassen sich Kaffee und weitere Köstlichkeiten schmecken. Auf einem Fußballfeld nahe der Promenade jagen in diesem Moment 22 Spieler dem Ball hinterher. Die verglasten Hochhäuser des „neuen“ Cartagena ragen dahinter empor.

Der Blick von der Stadtmauer auf einen Fußballplatz.

Der Blick von der Stadtmauer auf einen Fußballplatz.

Die Skyline des "neuen" Cartagena ist auch zu erkennen.

Die Skyline des „neuen“ Cartagena ist auch zu erkennen.

Wir befinden uns immer noch auf der Mauer.

Wir befinden uns immer noch auf der Mauer.

Es wird Abend. Das Licht über der Stadt verfärbt sich allmählich. Es schimmert mittlerweile golden. Flugdrachen wirbeln in der Luft herum, als die Sonne untergeht. Es scheint fast so, als ob sie in den blauen, weiten Ozean eintauchen würde. Wir genießen den Augenblick, verlassen dann jedoch die ehemalige Festungsmauer.

Langsam bricht die Nacht an.

Langsam bricht die Nacht an.

Viele Flugdrachen sind in diesem Moment in der Luft.

Viele Flugdrachen sind in diesem Moment in der Luft.

Der Sonnenuntergang über der karibischen See.

Der Sonnenuntergang über der karibischen See.

Diesen Anblick genießen wir natürlich.

Diesen Anblick genießen wir natürlich.

Als wir erneut durch die Straßen ziehen, merken wir, dass uns das ungestüme, brodelnde Leben, das sonst in den südamerikanischen Städten häufig zu spüren ist, in der Altstadt von Cartagena fehlt. Manchmal finden wir es sogar ein wenig langweilig. Deswegen machen wir uns auf den Weg in das benachbarte Viertel Getsemani, das mit seinen Bars und wildem Nachtleben voller Lebensfreude steckt.

Es geht zurück in die Straßen der Altstadt.

Es geht zurück in die Straßen der Altstadt.

Das unangepasste Getsemani

Nach einer Nacht in den Kneipen von Getsemani erwachen wir am nächsten Morgen bei strahlendem Sonnenschein, das in unser kleines Hostelzimmer fällt. Kurze Zeit später betreten wir die Straßen des Viertels, die wilder aussehen als die des benachbarten historischen Zentrums. Zum Beispiel sind viele Wände mit Graffitis besprüht. Immer wieder erkennen wir karikaturistische Gangsterabbildungen. Die Mafia-Charaktere auf den gekonnten Zeichnungen machen das, was fast alle Besucher der Karibikstadt vorhaben: Urlaub. Mal sind sie in Badehose dargestellt, fast immer haben sie eine Pulle Bier in der Hand.

Die Aussicht aus unserem Hotel auf Getsemani.

Die Aussicht aus unserem Hotel auf Getsemani.

Die Gangsterkarikaturen findet man an einigen Wänden in Getsemani.

Die Gangsterkarikaturen findet man an einigen Wänden in Getsemani.

Ein weiteres Beispiel dafür.

Ein weiteres Beispiel dafür.

Die Graffiis zeigen deutlich, dass es in Getsemani etwas lockerer zugeht.

Die Graffiis zeigen deutlich, dass es in Getsemani etwas lockerer zugeht.

Einige Hauswände können einen neuen Anstrich aber auch gut gebrauchen.

Einige Hauswände können einen neuen Anstrich aber auch gut gebrauchen.

Daniela posiert vor einem solchen Werk.

Daniela posiert vor einem solchen Werk.

Genau wie ich auch.

Genau wie ich auch.

Wir haben in diesem Moment keine Lust auf einen Gerstensaft. Wir wollen einen frischgepressten Fruchtsaft. Und die sind in Cartagena eigentlich überall erhältlich. Früchte wie Guayaba, Guanabana und Feijoa liegen bereit. Unsere Lieblingsfrüchte sind jedoch Lulo (eine südamerikanische Orange) und Mora (Brombeere). Zwei große Gläser mit diesem flüssigen Inhalt stehen jetzt vor uns. So erfrischend. Wir lieben es, Fruchtsäfte in Kolumbien zu trinken. Ein Genuss.

Daraus entstehen köstliche Fruchtsäfte.

Daraus entstehen köstliche Fruchtsäfte.

Früher galt Getsemani als gefährliches Pflaster. Heute ist das Barrio insbesondere bei den jüngeren Bewohnern Cartagenas angesagt. Zudem befinden sich in Getsemani die meisten kostengünstigeren Unterkünfte der Stadt. Also zieht es auch die Backpacker in den kunterbunten Stadtteil.

Eine Straße in Getsemani.

Eine Straße in Getsemani.

Der Plaza de la Santisima Trinidad im Herzen des Viertels ist ein beliebter Treffpunkt, wenn es dunkel wird und die schwülen Temperaturen endlich aus der Stadt gewichen sind. Wir mischen uns unter die Feierlustigen, jetzt auch mit einer Flasche Cerveza in der Hand.

Salud, Getsemani. Auf deine Unangepasstheit.

Hier am Tag, aber vor allem abends ist auf dem Plaza de la Santisima Trinidad einiges los.

Hier am Tag, aber vor allem abends ist auf dem Plaza de la Santisima Trinidad einiges los.

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