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Oh, wie schön ist Peru

Die meisten Touristen, die die berühmte Inka-Stätte Machu Picchu zu Fuß erreichen, wandern auf dem bekannten, aber überlaufenen Inka-Trail dorthin. Wir haben uns auf die Suche nach einer Alternative gemacht. Und haben uns schließlich für den fünftägigen Salkantay-Trek entschieden, der uns nicht enttäuscht hat. Im Gegenteil: Die anstrengende Wanderung führt uns nicht nur zu unserem Ziel Machu Picchu, sondern auch durch eine Landschaft, die uns dank ihrer teils schroffen, teils tropischen Schönheit immer wieder staunen lässt.  

Salkantay. Unsere Füße schmerzen zwar immer noch von unserer erst vor kurzem absolvierten Tour durch den Colca Canyon, doch unsere Wanderstiefel sind bereits wieder geschnürt. Der Grund: Die fünftägige Wanderung auf dem sogenannten Salkantay-Trek steht an. Anstrengend wird es, das ist uns klar, als wir die kilometerintensive Route im Vorhinein erklärt bekommen. Doch uns treibt ein lohnenswertes Ziel an, das zum Abschluss des Treks auf uns wartet: die alte, sagenumwobene und weltberühmte Ruinenstadt der Inka, Machu Picchu.

Tag 1: Der schneebedeckte Berg Umantay leitet uns den Weg

Es ist noch stockfinster, als sich unsere Trekkinggruppe, die mit uns aus 14 Teilnehmern, unserem peruanischen Guide Daniel und seinem Assistenten Clímaco besteht, gegen fünf Uhr morgens auf dem Plaza San Francisco in Cusco trifft. Wir steigen in den bereitstehenden Bus ein – und machen umgehend wieder die Augen zu, als der Fahrer den Motor anlässt. Zweieinhalb Stunden später wachen wir mehr oder weniger ausgeschlafen in Mollepata auf, das auf 2.900 Metern liegt und der Startort unserer Wanderung auf dem Salkantay-Trek durch die Anden ist.

Bevor der erste Trekkingtag so richtig starten kann, gibt es ein Frühstück, das allerdings nicht im Preis der Tour enthalten ist, sondern vor Ort gezahlt werden muss. Wir verzichten, denn wir haben unser eigenes und günstigeres Essen vorbereitet, das wir uns auf dem Plaza des kleinen Dorfes schmecken lassen. Gut gestärkt laufen wir im Anschluss die ersten Meter auf unserer heutigen, fast 20 Kilometer langen Route auf dem sogenannten Camino Real, dem Königspfad, nach Soraypampa, wo sich unser Camp für die erste Nacht des Treks befindet.

Auf dem Weg aus Mollepata hinaus begegnen wir Bewohnern des Bergdorfes. Mit Maultieren oder Pferden sind sie größtenteils unterwegs. Sie betrachten unsere Multi-Kulti-Touristengruppe, deren Mitglieder aus England, Holland, Frankreich, Brasilien, Israel, Schweiz, den USA und Deutschland stammen, mit skeptischen Blicken. Einigen Einheimischen huscht ein zaghaftes Lächeln über das Gesicht, als wir sie passieren und freundlich grüßen.

Grüne Hügel bestimmen das Bild zu Beginn unserer Wanderung.

Grüne Hügel bestimmen das Bild zu Beginn unserer Wanderung.

Außerhalb von Mollepata merken wir, dass die hügelige Region insbesondere landwirtschaftlich geprägt ist. Felder, auf denen Gemüse angebaut wird, unterbrechen die mit Bäumen bewachsenen Hänge in unregelmäßigen Abständen. Verschiedene Wege führen durch diese Landschaft, die dank der erst vor kurzem zu Ende gegangenen Regenzeit saftig-grün strahlt. Auch das Wetter an Tag eins der Wanderung spielt mit. Es ist warm und größtenteils sonnig. Wolken verhüllen unsere Schritte von Zeit zu Zeit im abkühlenden Schatten.

Der erste Tag der Tour ist bereits durchaus anstrengend.

Der erste Tag der Tour ist bereits durchaus anstrengend.

Die Landschaft ist landwirtschaftlich geprägt.

Die Landschaft ist landwirtschaftlich geprägt.

Abkühlung ermöglicht auch das frische Quellwasser, das in den schmalen Flüssen plätschert, die wir mehrmals überqueren. In diesen Bachläufen balancieren wir von Stein zu Stein. Schließlich möchten wir uns nicht bereits am Start unserer Tour nasse Füße holen.

Einige kleine Flüsse müssen wir überqueren.

Einige kleine Flüsse müssen wir überqueren.

Nachdem wir trocken durch die Wasserhindernisse gelangt sind, bringen wir eine erste anstrengende Steigung hinter uns. Der Weg wird an dieser Stelle immer felsiger. Mit großen Schritten steigen wir die sich vor uns ausbreitenden Felsstufen hinauf. Es geht nicht anders, denn wir müssen 1.000 Höhenmeter überwinden, um Soraypampa, unser heutiges Ziel, zu erreichen.

Bevor wir es uns allerdings in unserem Schlaflager gemütlich machen können, müssen wir noch die letzten Kilometer des Tages zurücklegen. Und obwohl unsere Füße mittlerweile schon schmerzen, haben wir auf diesem Teilstück ein zufriedenes Lächeln auf den Lippen. Der Grund: Wir laufen auf den beeindruckenden, circa 5.460 Meter hohen Umantay zu. Zuerst ist dieser von dunklen Wolken umgeben. Danach klart es auf – und wir bekommen den schneebedeckten Kamm des gewaltigen Berges zu Gesicht. Beeindruckend.

Unser erster Blick auf den beeindruckenden Umantay.

Unser erster Blick auf den beeindruckenden Umantay.

Die Spitze des Berges ist schneebedeckt.

Die Spitze des Berges ist schneebedeckt.

Zum Staunen.

Zum Staunen.

Gegen 17.30 Uhr, kurz bevor die Sonne untergeht, setzen wir schließlich unsere Wanderstiefel in das für uns von fleißigen Helfern, die mit schwerbepackten Pferden vorgeritten sind, vorbereitete Basislager Soraypampa, das auf rund 3.900 Meter unterhalb des eisigen Umantay-Gletschers liegt. Unsere Zelte sind bereits aufgebaut und befinden sich in einem Verschlag aus blauer Plane. Ein Dach gibt es auch.

Gut geschützt vor dem um den Berg peitschenden Wind treten wir nach dem Abendessen erschöpft unsere Nachtruhe an. Bereits gegen 20 Uhr.

Tag 2: Anstrengender Aufstieg zum höchsten Punkt der Wanderung

Gestern früh schlafen gegangen zu sein, war eine gute Idee, denke ich, als ich um halb sechs Uhr am Morgen noch etwas müde den Reißverschluss des Ausgangs unseres Zeltes öffne und frostige Luft ins Innere strömt. Wenig später begrüßt uns Daniel, unser Guide, mit den Worten, dass heute der wohl anstrengendste Tag unserer Wanderung ansteht. Eine weitere Bestätigung, flüstere ich leise in mich hinein, als ich mich gemächlich in Bewegung setze und mittlerweile weiß, dass wir am zweiten Tag über 20 Kilometer – größtenteils bergauf – zurücklegen.

Es ist nicht gerade ein Spaziergang im Park. Der Gedanke schießt mir durch den Kopf, als wir die Route zwischen den beiden Bergen Umantay und Salkantay einschlagen, an gewaltigen Felsen vorbeigehen und uns Schritt für Schritt nach oben mühen. Der Aufstieg zieht sich. Zwischendurch halten wir ab und zu an, um durchzuatmen. Dabei bemerken wir, dass unsere Gruppe mittlerweile weit auseinandergerissen ist. Jeder geht sein eigenes Tempo. Einige unserer Weggefährten machen sich das Leben jedoch auch selber schwer, indem sie auf der fünftägigen Tour viel Gepäck in einem großen Rucksack durch die Gegend schleppen. Wir haben nur das Notwendigste dabei – und freuen uns, bei dieser Wanderung nur wenige Kilos auf dem Rücken zu haben.

Drei Stunden und 30 Minuten, nachdem wir unser Camp verlassen und uns in dieser Zeit die steile Route hinaufgequält haben, sind wir am höchsten Punkt der gesamten Tour angelangt: Bei strahlendem Sonnenschein stehen wir 4.600 Meter über dem Meeresspiegel – und um uns herum ragen die Gipfel der uns einkesselnden Vilcabamba-Bergkette in den Himmel. Vor allem der Anblick der Südseite des schneeweißen Salkantay – mit fast 6.270 Metern der höchste Berg dieser Region – ist imposant.

Wir sind von zahlreichen hohen Bergen eingekesselt.

Wir sind von zahlreichen hohen Bergen eingekesselt.

Geschafft: Wir stehen am höchsten Punkt unserer Wanderung.

Geschafft: Wir stehen am höchsten Punkt unserer Wanderung.

Da kann man mal jubeln.

Da kann man mal jubeln.

Als schließlich alle aus unserer Gruppe auf dem Pass angekommen sind, erzählt uns unser Guide, dass behauptet wird, dass der Berg Salkantay noch nie erfolgreich bestiegen worden ist. Versuche gab es aber bereits zahlreiche. Leider teilweise mit tödlichem Ausgang. Wie in den 1990er Jahren, als Bergsteiger aus Japan bei einem Lawinenunglück ums Leben kamen. Daniel berichtet weiter, dass ein südamerikanischer Alpinist, der in höchster Not vom Berg gerettet werden konnte, die Geschichte in die Welt gesetzt habe, der Berg hätte mit ihm gesprochen und ihm gesagt, dass nie ein Mensch bis zum Gipfel gelangen könne. Legendenbildung. Die Inka hatten wohl bereits bei der Namensgebung des für sie heiligen Berges eine gewisse Vorahnung: Denn Salkantay heißt übersetzt so viel wie „Der unberührte Berg“.

Gruppenfoto: Unsere gesamte Gruppe auf einem Bild.

Gruppenfoto: Unsere gesamte Gruppe auf einem Bild.

Von diesem unberührten Berg entfernen wir uns ein wenig, als wir den Abstieg nach Huayracpampa in Angriff nehmen, wo wir unser Mittagessen auf rund 4.000 Metern zu uns nehmen. Nachdem wir unsere Mägen gefüllt haben, geht es weiter nach unten, durch die zunehmend grüner werdende Landschaft. Doch nicht nur die Farbe der Natur verändert sich, sondern auch das Wetter. Gewaltige Nebelfelder ziehen am Nachmittag auf – und hängen tief am steinigen Boden. Irgendwann ist der graue Schleier sogar so dicht, dass wir nur noch ein paar Meter freie Sicht haben.

Auf Pferden wird unter anderem Gepäck transportiert.

Auf Pferden wird unter anderem Gepäck transportiert.

Die Sicht wird am zweiten Tag immer schlechter.

Die Sicht wird am zweiten Tag immer schlechter.

Kurz vor dem Eintreffen in unserem heutigen Zielort hat sich der Nebel aber wieder in Luft aufgelöst. Tropische Pflanzen bestimmen hier auf 2.800 Metern das Bild, wie wir nun bemerken.

Als wir ausgelaugt von der Wanderung unser Camp in Colpapampa betreten, müssen wir unseren Körpern erst einmal wieder Mineralien zuführen. Zisch – und das erste Bier ist geöffnet. Gibt es ein besser schmeckendes Getränk, das wir nach den Anstrengungen dieses Tages genießen können? Wir können es uns in diesem Moment beim besten Willen nicht vorstellen.

Angekommen an unserem Camp für die zweite Nacht.

Angekommen an unserem Camp für die zweite Nacht.

Tag 3: Durch die Nässe – erst der Regen, dann die heißen Quellen

Da wir heute „nur“ knapp 15 Kilometer zurücklegen müssen, brechen wir erst gegen halb acht am Morgen auf. Eine humane Zeit, scheinen die meisten aus unserer Gruppe zu denken, als ich in ihre verträumten Gesichter schaue.

Wir haben die Ortschaft Colpapampa gerade erst verlassen, als Regen einsetzt. Spätestens jetzt sind alle wach, sage ich zu Daniela, nachdem ich mir meine Regenjacke angezogen und meinen Rucksack mit einer Hülle ebenfalls wasserdicht verschlossen habe.

Trotz der schmuddeligen und unangenehmen Wetterbedingungen setzen wir unseren Weg vorbei an Obstgärten, Kaffeeplantagen und Bananenbäumen fort. Bis wir an einem reißenden Fluss stoppen. Wie sollen wir dieses Hindernis aus kaltem Wasser bloß überqueren, frage ich mich, als mir ein dickes Stahlseil auffällt, das von einer zur anderen Seite des Flusses gespannt ist. Einer nach dem anderen setzen wir uns in die an dem Seil hängende, wackelige Metallvorrichtung und lassen uns über den aufgewirbelten Strom schieben.

Trocken geht es über den Fluss.

Trocken geht es über den Fluss.

Weiter geht es.

Weiter geht es.

Trocken und wohlbehalten kommen wir am anderen Flussufer an und gehen im Anschluss daran noch wenige Kilometer, bis wir im Dorf Playa angelangt sind. Holzhütten – die meisten davon, sind mit Wahlsprüchen und Namen von Politikern bepinselt – stehen am Wegrand. Schwarze Schweine rennen quickend über die aufgeweichte Straße. Unmittelbar danach folgen Kinder, die sich einen Spaß daraus machen, die borstigen Tiere zu jagen.

Wir gehen durch das Dorf Playa.

Wir gehen durch das Dorf Playa.

Apropos Schweine: Unser Mittagessen wartet, das wir in einem notdürftig hergerichteten Restaurant verdrücken. Aufgegessen – und schon sitzen wir in einem Bus, der uns das letzte Stück des heutigen Weges nach Santa Teresa fährt.

Auch in dieser Nacht ist noch einmal campen angesagt. Zeit für die harte Isomatte und den warmen Schlafsack ist es allerdings noch nicht, denn erst einmal werden wir zu heißen Quellen in der Nähe von Santa Teresa kutschiert. Fünf Bolivianos Eintritt später lassen wir uns in die Naturpools fallen, deren heißes Wasser vor allem für unsere vom tagelangen Wandern geschundenen Füße eine Wohltat ist. Fast drei Stunden verbringen wir in der gut besuchten Badeeinrichtung – und befreien uns dort von dem angesammelten Schmutz der vergangenen Tage.

Fast wie aus dem Ei gepellt, lassen wir am Abend in unserem Camp zu lauter Musik große Flaschen Pilsener kreisen. Es ist spät und dunkel, als wir – ohne Taschenlampen und auf etwas wackeligen Beinen – den Weg zu unserem Zelt suchen.

Tag 4: Entlang der Bahngleise nach Aguas Calientes

Es hämmert auf unser Zelt ein, als wir gegen sieben Uhr aufwachen. Hat das was mit dem Alkohol zu tun, den wir gestern Abend doch recht großzügig konsumiert haben? Die Antwort erhalte ich, als ich mich aus dem Zelt bewege und dicke Regentropfen auf mich niederprasseln. Mist, schreie ich auf, als ich bemerke, dass unsere Badesachen immer noch an der Wäscheleine im Freien hängen – und somit mittlerweile klitschnass anstatt trocken sind.

Doch es hätte noch schlimmer kommen können. Das ist mir spätestens klar, als ich sehe, dass die Beine des niederländischen Tourteilnehmers aus dem Zelt baumeln – und auch seine Wanderstiefel im Matsch liegen. Ich wecke ihn. Sein schiefer Blick verrät mir, dass er vor einigen Stunden noch tiefer als ich ins Glas geschaut haben muss.

Nach dem Frühstück müssen wir die Entscheidung treffen, ob wir die erste Etappe des Tages von Santa Teresa nach Hidroelectrica wandern oder mit dem Bus fahren möchten. Aufgrund der kurzen Nacht und des anhaltenden Regens entscheiden wir uns für den motorisierten Untersatz, der die Strecke in 45 Minuten zurücklegt.

Von der Zugstation Hidroelectrica aus setzen wir den zwölf Kilometer betragenen Weg entlang der Bahngleise nach Aguas Calientes, dem Tor zur Inka-Stätte Machu Picchu, zu Fuß fort. Der Regen lässt zwischenzeitlich nach und hört schließlich ganz auf. In den etwas weniger als drei Stunden unserer heutigen Wanderung kommt uns nur ein einziger Zug entgegen. Den Signalton der blau gestrichenen Lok hören wir schon von weitem. Wir treten einen Schritt zur Seite und machen die Gleise frei.

Heute laufen wir entlang der Bahngleise nach Aguas Calientes.

Heute laufen wir entlang der Bahngleise nach Aguas Calientes.

Die grünen, mit Pflanzen bewachsenen Hänge, an denen wir vorbeigehen, unterscheiden sich kaum voneinander. Doch eine dieser Steilwände ist etwas Besonderes. Daniel, unser Guide, verrät uns nämlich, dass es sich hierbei um die Rückseite des Berges handelt, auf dem Machu Picchu von den Inka errichtet worden ist.

Tropisch mutet die Natur hier an.

Tropisch mutet die Natur hier an.

Auch wenn wir erst morgen, am fünften Tag der Wanderung, die Ruinenstadt besichtigen werden, ist uns die Vorfreude bereits in unseren Gesichtern anzusehen, als wir das Ortsschild von Aguas Calientes hinter uns lassen.

Die Kleinstadt in der Nähe der Touristenattraktion Nummer eins in Südamerika ist so, wie ich sie mir vorgestellt habe: touristisch. An jeder Ecke hängt das Schild eines Hotels und fast überall verkaufen Ladenbesitzer Snacks, Getränke und die für Peru so typischen Kleidungsstücke aus Alpakawolle, die Touristen in großen Beuteln aus den Geschäften tragen. Oder ein durchaus aufdringlicher Mitarbeiter eines Restaurants versucht, Reisende zu überreden, gerade in diesem Fresstempel ihr Mittag- bzw. Abendessen zu verschlingen.

Aguas Calientes ist erreicht.

Aguas Calientes ist erreicht.

Etwas hungrig begeben wir uns allerdings erst einmal zu unserem Hotel, das von der Reiseagentur, bei der wir den Salkantay-Trek gebucht haben, reserviert worden ist. Wir stehen am Empfang – und uns fällt das Preisschild auf, das in der wenig einladenden Eingangshalle platziert ist. 60 US-Dollar kostet ein Doppelzimmer für eine Nacht. Wir staunen über den – für peruanische Verhältnisse – happigen Preis und sind umgehend enttäuscht, als wir unsere Unterkunft betreten. Es ist feucht, es riecht schimmelig. Egal, wir sind von vier Tagen intensivem Wandern platt und müde – und gönnen uns eine Prise Schlaf.

Am Abend treffen wir uns mit unserer Gruppe in einem Restaurant, um gemeinsam zu essen. Es gibt frisch aus dem durch das Städtchen strömenden Flusses gefangene Forellen. Köstlich. Nur unser Guide Daniel hat keine Zeit, sich den Fisch schmecken zu lassen. Er ist sichtlich nervös, telefoniert hektisch hinter vorgehaltener Hand. Unsere Eintrittskarten für Machu Picchu soll er uns eigentlich überreichen. Mit den Tickets für morgen scheint es aber Probleme zu geben. Und auf einmal ist er verschwunden. Keiner von uns weiß, wo Daniel steckt. Es macht sich Unruhe am Tisch breit. So kurz vor dem Ziel unserer Wanderung und unserer Mühen – und nun soll uns Machu Picchu versperrt bleiben, fragen sich einige. Doch schließlich taucht unser Guide wieder auf. Erleichterung spricht aus seinen Augen. Aqui hay las entradas, sagt Daniel. Hier sind die Tickets.

Am nächsten Morgen geht es also los, die heilige Stätte der Inka kann von uns in aller Ruhe erkundet werden. Doch dazu mehr in unserem kommenden Beitrag über Machu Picchu.

8 Kommentare

  1. Ich hatte 2012 das Vergnügen auf dem Inka Trail nach Machu Picchu zu wandern. Seit einigen Monaten hört man immer mehr vom neuen Salkantay-Trek, schön das eure Erfahrungen die Berichte bestätigen – ich muss dann wohl nochmal runter! :-)

    • Von einer Reise

      Ja, wir denken auch, dass Du noch einmal nach Peru solltest ;-) Der Salkantay-Trek lohnt sich. Aber wir machen uns irgendwann vielleicht auch erneut auf den Weg nach Machu Picchu – dann auf dem Inka Trail :-)

  2. Christian sagt

    Hallo Christian und Daniela,

    auf der Suche nach Informationen zum Salkantey Trek bin durch Zufall über euren Blog gestolpert. Einer der spannensten Beiträge die ich bisher gefunden habe :-)

    Da ich selbst im Mai den Salkantey Trek gehen möchte hätte ich noch 2 Fragen mit der Bitte um eine kurze Antwort
    – Was hattet ihr an Ausrüstung (Schlafsack, Gewand, etc.) alles dabei? Ihr seid überall so „leicht bekleidet“, untypisch für die Höhe und der Winterzeit? War es gar nicht soo kalt um die Zeit? Zudem schreibt ihr, ihr habt weniger Ausrüstung als der Rest gebraucht, auf was habt ihr verzichtet was der Rest (unnötig) mitgeschleppt hat?
    – Könnt ihr eure Agentur weiterempfehlen?
    – Sonst noch irgendwelche Tipps? :-)

    Schönen Dank auch für die Richtpreise des Treks, die „Online-Preise“ schrecken einem ja erstmal ganz schön (alles >400USD), wird vor Ort dann wie bei euch wesentlich attraktiver sein.

    Schöne Reise noch und Danke schonmal für eure Antwort!
    Christian

    • Von einer Reise

      Christian, den Salkantay Trek haben wir in Cusco bei „Salkantay Trail Peru Adventure Operator“ gebucht. Wir haben circa 250 US-Dollar pro Person für die fünftägige Tour bezahlt. In diesem Preis war dann alles enthalten – also auch die Hotelübernachtung in Aguas Calientes, das Ticket für Machu Picchu, das Zugticket zurück, das Ausleihen eines Schlafsacks, etc. Es gibt aber auch Reiseagenturen, die den Trek für nur etwas mehr als 200 US-Dollar anbieten. Wir haben bewusst die 50 US-Dollar mehr gezahlt, da wir gedacht haben, dass die Leistungen dann auch etwas besser als bei anderen Anbietern sind. Rückblickend lässt sich jedoch sagen, dass dem nicht so war, da unsere Gruppe eine Mischung aus Kunden mehrerer Anbieter war. Diejenigen, die 50 US-Dollar weniger gezahlt haben, haben die fast identischen Leistungen bekommen. Abgesehen von zwei Unterschieden: Das Hotel für die letzte Nacht in Aguas Calientes war ein anderes. Und der Zug zurück war es auch. Wir haben zum Beispiel den teureren Zug um 16:12 Uhr genommen. Die, die günstiger unterwegs waren, mussten hingegen bis 21:30 Uhr in Aguas Calientes warten. Wir denken aber, dass Du nichts verkehrt machst, wenn Du bei einem günstigeren Preis zuschlägst.

      Jeder von uns hatte einen prall gefüllten, kleinen Rucksack dabei. Und auch warme Sachen natürlich – Fleece, Mütze, Handschuhe, Thermounterwäsche, etc. So richtig kalt ist es aber nur in der Nacht geworden, als wir am Rande des Gletschers geschlafen haben. Tagsüber waren die Temperaturen – wir waren im April unterwegs – angenehm. Der Trek war außerdem genial, die Verpflegung gut und der Guide hat sich wirklich Mühe gegeben. Ein tolles Erlebnis. Wir wünschen Dir ganz viel Spaß und senden liebe Grüße.

  3. Louise sagt

    Hey ihr Beiden!
    Das klingt toll. Ich plane im Juni mit einer Freundin nach Peru zu reisen.
    Zwei Dinge beschäftigen mich dabei sehr:
    1.) ist die Strecke für ungeübte Wanderer geeignet? Wir haben beide eine gewöhnliche gute Kondition, sind aber in der Höhe und auf langen Touren unerfahren. Oder ratet ihr eine spezielle Vorbereitung?
    Wie seid ihr mit der Höhe zurecht gekommen?

    2.) Wir leben beide seit Jahren vegan, haben uns aber schon von der Idee verabschiedet vegan durch Peru zu kommen. Wenigstens auf Fleisch wollen wir aber um jeden Preis verzichten. Wie ist die Verpflegung auf dem Trek? Haltet Ihr es für möglich, dass man bei der Buchung diesen Wunsch angibt und das ganze auch noch umgesetzt wird?

    Liebe Grüße,
    Louise

    • Von einer Reise

      Hey Louise, vielen Dank für Deinen Kommentar. Zu Deinen Fragen: 1.) Der Trek ist auch für ungeübte Wanderer geeignet, eine gute Kondition ist aber natürlich von Vorteil, denn die Wanderungen sind schon recht anstrengend, wir waren teilweise zehn Stunden pro Tag unterwegs. Mit der Höhe sind wir gut klargekommen. Wir waren aber auch viele Wochen auf mindestens 3.000 Metern Höhe. 2.) Daniela ist Vegetarierin und hat dies bei der Buchung des Treks gesagt. Das passt also, kein Problem. Generell hat man es als Vegetarier jedoch nicht ganz so leicht in Peru ;-) Ganz viel Spaß im wunderschönen Peru. Liebe Grüße.

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