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Amman: Die farblose Stadt

Wir landen in der jordanischen Hauptstadt Amman und die Farbe Grau ist umgehend omnipräsent. Schnell stellt sich für uns heraus, dass Amman keine Schönheit ist. Interessant ist die Metropole trotzdem. Und zum Abschied gibt es ein Happy End.

Amman. Die Hauptstadt Jordaniens hat knapp drei Millionen Einwohner. Und diese Einwohner leben in einer Stadt, die alle fröhlichen Farben verschluckt zu haben scheint. Es gibt nur eine Farbe, die das Stadtbild Ammans dominiert, und die heißt Grau. Graue Fassaden, graue Straßen und graue Ruinen. Sogar der Himmel ist grau wie Blei, als wir mit dem Taxi durch die Häuserschluchten der Metropole fahren und dann in der Innenstadt nach einem Hostel suchen.

Graues Amman.

Graues Amman.

Dort stehen wir nun. An der Rezeption. „Wie viel kostet ein Doppelzimmer?“, fragen wir. Die Antwort erfreut uns nicht, denn der Preis hat es in sich. „Hast Du nicht noch etwas günstigeres im Angebot?“, haken wir nach. Der Besitzer zeigt eine klapprige Holztreppe nach oben. Auf der Dachterrasse stehe ein Beduinenzelt, aber der Wind zieht durch die Öffnungen, und schließlich sei es Winter und die Nächte werden bitterlich kalt. „Darin schläft zu dieser Jahreszeit niemand. Ich rate Euch davon ab.“ Vielen Dank für den Rat, aber wir machen es trotzdem.

Das Beduinenzelt auf der Dachterrasse des Hostels.

Das Beduinenzelt auf der Dachterrasse des Hostels.

Wir haben uns eingerichtet in unseren vier Zeltwänden. Und blicken dann von der Dachterrasse des Hostels in die Häuserschluchten von Amman. Alles beim Alten. Grau. Wir ziehen los.

Blick von der Dachterrasse des Hostels.

Blick von der Dachterrasse des Hostels.

Nicht schön, aber spannend

Unser erster Weg führt uns in ein Restaurant Hashem. Schließlich knurren unsere Mägen. Das Restaurant, das sich fast direkt neben unserem Hostel befindet, ist eine Institution in Amman. Inzwischen allerdings vor allem bei Touristen. Falafel, Hummus und Brot wird uns serviert. Zudem gibt es heißen, zuckersüßen Minztee. Landestypisch. Wir lassen es uns schmecken.

Erst einmal geht es ins Restaurant.

Erst einmal geht es ins Restaurant.

Es gibt landestypisches Essen...

Es gibt landestypisches Essen…

... und Getränke.

… und Getränke.

Beim Essen und Trinken beobachten wir die vorbeilaufenden Bewohner Ammans. Die Frauen tragen Schleier. Klar, wir sind in einem muslimischen Land. Die Männer sehen so aus, als ob sie eben aus den 1970er Jahren in die heutige Zeit gebeamt worden wären. Dichte, buschige Schnauzer haben sie. Schwarze oder braune Lederjacken, die abgewetzt sind, tragen sie. Auch bei ihnen sind bunte Farben nicht angesagt. Sie passen sich „ihrer“ Stadt Amman an – und kommen dementsprechend farblos daher.

Gut gestärkt tauchen wir in die Straßen und Gassen der Millionenmetropole ein. Dabei verlassen wir die Hauptstraßen, schauen in Hinterhöfe, entdecken kleine Geschäfte. Es ist dreckig und verstaubt. Alle Häuser sehen zweckmäßig aus, an den meisten nagt die Zeit, sie drohen zu verfallen, so kommt es uns zumindest vor.

Wir ziehen durch die Straßen von Amman.

Wir ziehen durch die Straßen von Amman.

Der Anblick von alten Autos ist keine Seltenheit.

Der Anblick von alten Autos ist keine Seltenheit.

Viele Ecken der Stadt sind heruntergekommen.

Viele Ecken der Stadt sind heruntergekommen.

Wie auch auf diesem Foto zu sehen ist.

Wie auch auf diesem Foto zu sehen ist.

Schön ist Amman also nicht. Aber spannend. Auf den Gehsteigen herrscht wuseliges Treiben, der Verkehr ist unberechenbar, Straßenverkäufer gibt es an vielen Ecken der Stadt. Und laut ist es in Amman ebenfalls. Dafür sorgen allein schon die Muezzins der zahlreichen Moscheen, die über große Lautsprecheranlagen zum Gebet aufrufen. Ein Sprechgesang, der uns auch am frühen Morgen in unserem Zelt wecken sollte.

Straßenverkäufer gibt es zahlreiche.

Straßenverkäufer gibt es zahlreiche.

Ein kleines bisschen Sightseeing

Jetzt steht Sightseeing auf der Tagesordnung. Zuerst legen wir am römischen Theater, das mitten in der Stadt emporragt, einen Halt ein. Ein imposantes Bauwerk, das nicht nur in einen Hang hineinragt, sondern auch recht gut erhalten ist.

Das römische Theater in der Innenstadt von Amman.

Das römische Theater in der Innenstadt von Amman.

Die Ruine zieht Besucher an.

Die Ruine zieht Besucher an.

Wir steigen die steilen Treppenstufen empor. Bis nach ganz oben. Erschöpft setzen wir uns hin – und können von diesem Platz auf den nun unter uns liegenden Platz und die angrenzenden Wohnhäuser schauen.

Wir schauen von oben auf das römische Theater.

Wir schauen von oben auf das römische Theater.

Eine kurze Pause.

Eine kurze Pause.

Im Anschluss daran gehen wir zur King Abdullah Moschee, die mit ihrer blau-türkisen Kuppel wie ein Farbklecks im grauen Einerlei der Umgebung wirkt. Die Moschee dürfen wir leider nicht betreten, es ist gerade Gebetszeit. Security versperrt und den Weg.

Die King Abdullah Moschee in Amman.

Die King Abdullah Moschee in Amman.

Die Moschee aus einem anderen Blickwinkel.

Die Moschee aus einem anderen Blickwinkel.

Zum Abschluss unserer kleinen Sightseeing-Tour statten wir noch der Zitadelle, die auf einem Hügel liegt und vielleicht als wichtigste Sehenswürdigkeit Ammans gilt, einen Besuch ab. Die Überreste der Zitadelle vermögen uns nicht zu begeistern. Jedoch ist der Ausblick von hier oben auf große Teile der Stadt beeindruckend.

Die Ruinen der Zitadelle in Amman.

Die Ruinen der Zitadelle in Amman.

Amman liegt unter uns.

Amman liegt unter uns.

Eine weitere Perspektive auf die Metropole.

Eine weitere Perspektive auf die Metropole.

Das römische Theater ist gut zu erkennen. Vor allem fällt uns aber eine riesige Jordanien-Flagge auf, die stolz weit über der Stadt im Wind weht. Über 120 Meter ist der Fahnenmast hoch, wie wir am Abend im Internet recherchieren konnten. Damit ist er einer der höchsten der Welt.

Das römische Theater ist gut zu erkennen.

Das römische Theater ist gut zu erkennen.

Der hohe Fahnenmast im Hintergrund.

Der hohe Fahnenmast im Hintergrund.

Diese Jungs interessiert das nicht.

Diese Jungs interessiert das nicht.

Noch ein Foto auf dem Hügel oberhalb von Amman.

Noch ein Foto auf dem Hügel oberhalb von Amman.

Doch die Weltrekord-Fahne ist nicht unser Amman-Höhepunkt. Dieser ereignet sich am kommenden Morgen, nach einer weiteren kalten Nacht im Beduinenzelt: Sonnenstrahlen kitzeln uns, als wir den Reißverschluss des Zelts öffnen. Und siehe da: Amman kommt uns direkt farbenfroher vor.

Zum Abschied scheint die Sonne.

Zum Abschied scheint die Sonne.

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