Borneo, Reisegeschichten, Reisegeschichten Asien
Kommentare 2

Borneo: Die Insel der Menschenaffen

Wir sind drei Wochen durch den malaiischen Teil Borneos gereist. Auf der drittgrößten Insel der Welt konnten wir nicht nur Orang-Utans aus der Nähe bestaunen. Hier sind Eindrücke von unserer Reise.   

Kuching – Die Stadt der Katzen

In der Hauptstadt des Bundesstaats Sarawak auf Borneo sind Katzen allgegenwärtig. Und das hat einen guten Grund: Schließlich ist Kuching das malaiische Wort für Katze. So verwundert es uns nicht, dass uns in der größten, aber trotzdem entspannten Stadt auf der Insel Borneo immer wieder (ziemlich hässliche) Katzenstatuen ins Auge springen.

Doch die Stadt hat glücklicherweise noch mehr zu bieten, auch wenn sie das Prädikat „spektakulär“ sicherlich nicht verdient hat. Wir schlendern an der Flusspromenade entlang oder stärken uns in einem der netten Cafés oder Restaurants.

 

Bako Nationalpark – Der Dschungel vor den Toren der Stadt

Kuching ist jedoch vor allem eines – das Tor zu zahlreichen Nationalparks. In einen von diesen haben wir einen Tagesausflug unternommen. Der Bako Nationalpark erstreckt sich auf einer Halbinsel am Südchinesischen Meer nördlich von Kuching und ist von dort aus einfach zu erreichen. Nach einer Bus- steht eine kurze Bootsfahrt auf dem Programm, die an einem Strand endet, an dem uns bereits das Grün des Urwalds empfängt.

Im Bako Nationalpark warten mehrere gut ausgeschilderte Wanderwege auf die Besucher. Auch wir drehen eine große Runde – durch dichten Dschungel, über Stock und Stein, freche Makaken kreuzen mehrmals unseren Weg.  Außerdem bekommen wir das erste Mal auf unserer Borneo-Reise einen Nasenaffen, der sich ebenfalls durch das Dickicht schlägt, zu Gesicht.

Semenngoh – Die Orang-Utans haben es nicht eilig

Nasenaffen sind nicht der Grund, weshalb jeden Tag Touristen  in das „Semenngoh Wildlife Center“ in der Nähe von Kuching pilgern. Die Menschenmassen möchten hingegen die Wesen sehen, die den meisten in den Sinn kommen, wenn sie an die beeindruckende Tierwelt Borneos denken: Orang-Utans.

Es ist Fütterungszeit und die Kameras der Touristen sind bereits gezückt. Aber die Menschenaffen lassen erst einmal auf sich warten. Erst nach rund 30 Minuten hangelt sich eine Orang-Utan-Mutter mit ihrem Baby in Richtung Futterstelle. Es ist spannend zu beobachten, wie der Orang-Utan sich von Baum zu Baum schwingt, um sich dann an den Früchten zu bedienen.

Gunung Mulu Nationalpark – Ein Highlight unserer Borneo-Reise

Am nächsten Tagen springen wir in den Flieger, der uns von Kuching zum Gunung Mulu Nationalpark bringt. Als wir aus dem Flugzeug steigen, wächst die Vorfreude auf unsere Tage in dem bekannten  Nationalpark noch einmal an – schließlich erblicken wir eine beeindruckende Dschungellandschaft, die uns direkt in ihren Bann zieht. Vom kleinen Provinzflughafen machen wir uns zu Fuß auf den Weg zu unserer Unterkunft, die nicht direkt im Nationalpark, aber unmittelbar vor dessen Toren liegt.

Im Gunung Mulu Nationalpark machen wir uns alleine auf den Weg, unternehmen aber auch einige geführte Touren, die wir vorab gebucht haben und die am Hauptquartier des Parks starten. Beim Mulu Canopy Walk laufen wir über einen Pfad aus Holzbalken auf Höhe der Baumwipfel. Zudem wandern wir durch die riesigen Höhlen Deer, Lang, Wind und Clearwater Cave, in denen Tausende Fledermäuse hausen. Nach unserem viertägigen Aufenthalt steht bereits fest, dass der Gunung Mulu Nationalpark einer der Höhepunkt unserer Reise durch Borneo ist.

Kota Kinabalu – KK als Zwischenstopp

Nach dem Reisehighlight Gunung Mulu Nationalpark geht es weiter nach Kota Kinabalu, das – in Anlehnung an die für Kuala Lumpur übliche Abkürzung KL – von den meisten KK genannt wird. Die Hauptstadt des Bundesstaates Sabah, die nicht gerade als Schmuckstück daherkommt, ist für uns nur ein Zwischenstopp. In KK machen wir vor allem eines – wir probieren die lokalen Köstlichkeiten in den zahlreichen Restaurants der Stadt.

Dinawan – Kleine, aber feine Insel

Pulau Dinawan liegt nur rund 20 Kilometer südwestlich von Kota Kinabalu, gefühlt ist die kleine, bewaldete Insel aber deutlich weiter weg von der Hektik der Stadt. Wir verbringen einen Tag auf der schönen Insel. Das Besondere an dem Tagesausflug ereignet sich aber am Ende, denn an diesem Abend erleben wir einen beeindruckenden Sonnenuntergang.

Kinabalu-Nationalpark – Wandern am Fuße des Mount Kinabalu

Von KK machen wir uns auch auf den Weg zum Kinabalu-Nationalpark, der sich rund um den Mount Kinabalu, den höchsten Berg Südostasiens, ausbreitet. Viele Wanderwege verbinden sich dort zu einem Routennetz, das wir zum Teil erkunden.

Kinabatangan River – Flusssafari mit Lionel Messi

Auf Flusssafari sind wir am Kinabatangan River – mit fast 600 Kilometern der größte Fluss von Sabah. Dort verbringen wir drei Tage in einem kleinen Homestay, das mit dem Wort „authentisch“ sicherlich treffend beschrieben ist.

Unser Guide, der aus der Dorfgemeinschaft stammt, nimmt uns mit seinem Boot auf mehrere Erkundungstouren mit. Am Ufer des großen, braunen Flusses können wir zahlreiche Makaken, Nasenaffen sowie Vögel beobachten. Sogar einen wildlebenden Orang-Utan entdecken wir – keine Selbstverständlichkeit, wie unser Guide, der gerne im argentinischen Nationaltrikot mit der Rückennummer 10 von Lionel Messi herumläuft, versichert.

Sepilok – Den Menschenaffen ganz nah

Nach dem Besuch im „Semenngoh Wildlife Center“ in der Nähe von Kuching können wir in Sepilok die Menschenaffen erneut aus der Nähe bestaunen – im „Sepilok Orang-Utan Rehabilitation Center“.  Schon auf dem Weg zur Fütterungsplattform begegnen wir zwei Orang-Utans, die nur wenige Meter von uns in den Bäumen hängen.

In Sepilok sind wir doch nicht nur den Orang-Utans ganz nah, sondern machen auch einen Stopp im „Borneo Sun Bear Conservation Center“, das im Jahr 2014 eröffnet wurde. Gerettete Malaienbären, unter anderem aus Gefangenschaft, werden hier wieder aufgepäppelt.

Tip of Borneo – Am nordöstlichen Zipfel der Insel

Abgeschiedenheit gibt es noch einmal zum Abschluss unserer Rundreise. Von Sandakan fliegen wir nach Kudat, von dort geht es weiter zum nordöstlichen Zipfel der Insel, zum Tip of Borneo. Nach dem wir in unserer Hütte inmitten des Dschungels eingechekt haben, machen wir uns auch schon auf den Weg zu den Stränden in der Umgebung.

Und die können sich sehen lassen: In einer Tageswanderung durch glühende Hitze statten wir einigen der wunderschönen Buchten einen Besuch ab. Dort entspannen wir oder werfen beim Schnorcheln einen Blick auf die Unterwasserwelt.  Ein perfekter Ausklang unserer dreiwöchigen Reise durch Borneo.

Vielen Dank an Lonely Planet für den Reiseführer, mit dem wir unsere Reise geplant haben.

2 Kommentare

  1. Dennis sagt

    Hallo Ihr Lieben,

    toller Artikel mit beeindruckenden Fotos :-)
    Schon jetzt wünsche ich viel Spaß bei eurer nächsten Reise…

    Dennis

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.