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Fuerteventura: Gesurft wird im hohen Norden

An der wilden „Northshore“ von Fuerteventura dreht sich alles ums Surfen. Denn die Küste im hohen Norden der Kanareninsel, an der die Wassermassen häufig über steinigen Riffen brechen, bietet Wellenreitern konstant gute Bedingungen. Ich habe nach fast einem Jahr mal wieder einen Ritt auf den Wellen gewagt – und festgestellt, dass meine Surfkondition dringend aufgepäppelt werden muss.

Corralejo. Punta Blanca. Die weiße Bucht. So heißt der Spot, an den es uns immer wieder verschlägt. Unser mit Surfbrettern beladenes Surfmobil, ein alter, klappriger Bully eines bekannten deutschen Autoherstellers, hält auf der Schotterpiste am Ozean an. Wir laden das mitgebrachte Equipment aus, zwängen uns in unsere hautengen Neoprenanzüge, machen ein paar ungelenke Aufwärmübungen, bekommen von unserem Surflehrer Gabriele die Besonderheiten des Spots erklärt und springen so schnell wie möglich ins kühle Nass.

Der Spot Punta Blanca.

Der Spot Punta Blanca.

Zwei Surfer, eine Welle.

Zwei Surfer, eine Welle.

Quälen kann Spaß machen

Punta Blanca ist ein sogenannter Reefbreak. Die Wellen brechen also über einem Riff, in diesem Fall über steinigem Untergrund. Ich liege mittlerweile auf meinem Brett und befinde mich im Channel. Der Vorteil eines solchen Kanals: Wellengang gibt es an dieser Stelle so gut wie keinen, und das gebrochene, wieder ablaufende Wasser zieht mich raus aufs Meer. Trotz dieser Unterstützung muss ich mächtig paddeln, um ins Line-up zu gelangen – also dorthin, wo die Wellen brechen und gesurft werden können.

Auf den letzten Metern.

Auf den letzten Metern.

SUP - auch möglich am Spot Punta Blanca.

SUP – auch möglich am Spot Punta Blanca.

Ich muss mich quälen, da das Line-up des Spots weit draußen ist. Schnell merke ich, dass ich derzeit nicht fit bin. Auch unserem Surflehrer fällt dies auf. Nachdem ich meine erste Welle gesurft bin, sagt Gabriele zu mir auf Englisch: „Du weißt, wie man eine Welle nimmt, aber Du siehst furchtbar dabei aus.“ Und dennoch macht das Surfen – wie immer – unglaublich viel Spaß. Dass sehr viele andere Surfer im Wasser sind, ist dabei nur ein kleiner Wehrmutstropfen.

Abseits der Wellen.

Abseits der Wellen.

Surfspots en masse

Die nächsten Tage sehen ähnlich aus: Mit dem Surfmobil brausen wir an die „Northshore“. Zuerst steht ein ausführlicher Spotcheck auf dem Programm. Gabriele entscheidet schließlich, an welchem wir surfen. Die Spots German Right und La Caleta sowie El Cotillo, wo insbesondere Surfanfänger ihr Glück versuchen, gehören dazu.

Am Strand El Cotillo tummeln sich viele Surfanfänger.

Am Strand El Cotillo tummeln sich viele Surfanfänger.

Vor allem German Right ist ein Erlebnis. Der Righthander – das bedeutet, dass die Wellen nach rechts brechen und in diese Richtung gesurft werden können – macht Laune. Über zwei Stunden gehe ich auf Wellenjagd, bis ich erschöpft an Land treibe und wir zurück ins Surfcamp nach Corralejo fahren, wo wir entspannen können.

Entspannung im Surfcamp.

Entspannung im Surfcamp.

Und sonst?

Was kann man in Corralejo und Umgebung abgesehen vom Surfen unternehmen? Ich laufe durch die Straßen des kleinen Städtchens, das keine Besonderheiten aufweist. Surfshops wechseln sich mit Bars und Restaurants ab. Zahlreiche Souvenirläden, die Unnützes an die Touristen verkaufen, sind ebenfalls auszumachen.

Aber Corralejo hat auch schöne Ecken. Die verwinkelten Gassen der kleinen Altstadt zum Beispiel. Oder der Hafen, von dem ich einen herrlichen Ausblick auf die vorgelagerte Insel Los Lobos und das benachbarte Lanzarote habe.

Blick auf Corralejo.

Blick auf Corralejo.

Die Insel Los Lobos und eine Fähre.

Die Insel Los Lobos und eine Fähre.

In diesem Moment fährt ein großes Schiff mit der Aufschrift Armas in den Hafen ein. Warum steht der Schriftzug Waffen auf der Fähre, frage ich mich, als die Passagiere bereits das Schiff verlassen. Waffen tragen sie jedoch nicht mit sich herum.

Die Fähre fährt in den Hafen von Corralejo.

Die Fähre fährt in den Hafen von Corralejo.

Und auch das Umland von Corralejo hat mit dem Parque Natural de las Dunas einiges zu bieten. Von weißen Sanddünen schweift mein Blick die Küste entlang, in der türkisfarbenes Wasser in Buchten schwappt. Im Hintergrund ragen Vulkane in Richtung Himmel. Die Sonne strahlt. Wie eigentlich fast immer auf Fuerteventura.

Türkises Wasser ist keine Seltenheit.

Türkises Wasser ist keine Seltenheit.

Sanddünen in der Nähe von Corralejo.

Sanddünen in der Nähe von Corralejo.

Vielen Dank an Planet Surfcamps für die Einladung.

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