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Rundreise durch Sri Lanka

Wir reisen etwas mehr als zwei Wochen durch das wunderschöne Sri Lanka – vom Westen, ins Zentrum, in den Norden und nach Süden.

Sri Lanka. Unsere Rundreise durch Sri Lanka, das bis 1972 Ceylon hieß, beginnt in Kandy. Tuk-Tuks brausen durch die Stadt im zentralen Hochland des Inselstaats, der im Indischen Ozean liegt. Abgase und Rußschwaden umhüllen uns. Wir sind auf der Suche nach einer günstigen Unterkunft und müssen in der Mittagshitze feststellen, dass dieses Vorhaben an diesem Tag gar nicht so einfach ist. Nach über einer Stunde werden wir jedoch fündig. Wir checken in einem kleinen Hotel ein, das sich in den grünen Hängen am Stadtrand befindet. Das hätten wir schon einmal geschafft.

Wir ziehen wieder durch die lebhafte Innenstadt von Kandy, das als Kulturhauptstadt Sri Lankas gilt. Schön ist anders. Die viel gelobte Stadt begeistert uns auf den ersten Blick nicht. Wir machen uns auf den Weg zum Zahntempel, der die bedeutendste buddhistische Reliquie Sri Lanks – einen Zahn des Buddhas – beinhaltet. Um zu dem Bauwerk mit dem goldenen Dach zu gelangen, schlendern wir am Kandy Lake entlang, ein See inmitten der Stadt. Fast zwei Stunden verbringen wir in der großen Tempelanlage und beobachten dabei vor allem die Gläubigen, die ihren Ritualen und Gebeten nachgehen.

In Kandy bleiben wir nur einen Tag. Wir ziehen weiter nach Sigiriya.

Sigiriya: Der riesige Felsen in der Steppe

Sigiriya ist nicht nur ein kleines Dorf, sondern vor allem ein aus der Zentralebene herausragender Felsen mit sich fast senkrecht erhebenden Felswänden, die in einem flachen Gipfelplateau enden. Zuerst schlendern wird durch die Gärten in der Nähe des Felsens. Es geht vorbei an künstlichen Wasserläufen, beobachtet von frechen Affenbanden, die allgegenwärtig sind.

Dort erklimmen wir die Treppenstufen, die uns auf den rund 370 Meter hohen Felsen Sigiriya führen. Beim Aufstieg passieren wir ein paar nackte, an die Felswände gemalte Frauen sowie aus dem Fels gemeißelte Löwentatzen. Oben angekommen, genießen wir den Ausblick über die grün bewachsene Ebene.

Anuradhapura und Polonnaruwa: Die alten Städte

Der nächste Stopp auf unserer Route heißt Anuradhapura, die Hauptstadt der Nord-Zentralprovinz von Sri Lanka. Anuradhapura war über tausend Jahre lang Zentrum verschiedener singhalesischer Königsdynastien. Die Geschichte der Neustadt ist hingegen schnell erzählt: Schmucklose Häuser und viel Gewusel. Doch wir sind wegen der Ruinen von Anuradhapura an diesem Ort.

Und die haben es in sich: Riesige Dagobas und Ziegeltürme sowie uralte Wasserbecken und verfallene Tempel warten auf uns. Den Ruinenkomplex erkunden wir mit Fahrrädern, die wir in unserer Unterkunft geliehen haben. Zum Abschluss des Tages beobachten wir eine Zeremonie am heiligen Baum Sri Maha Bodhi, der spirituelle Ort von Anuradhapura.

Wir bleiben in der Region, die mit der Bezeichnung „Die alten Städte“ umschrieben wird, und sind nun in Polonnaruwa. Eine Kleinstadt. Und an den Stadtgrenzen Reisfelder soweit das Auge reicht. Der archäologische Park von Polonnaruwa, UNESCO-Weltkulturerbe, ist unser eigentliches Ziel.

Wieder einmal Ruinen, aber auch wieder einmal sind diese beeindruckend und einen Besuch wert. Ein liegender Buddha aus Stein ist eines der Highlights der Anlage, die viele Touristen anzieht.

Nilaveli: Entspannung an der Ostküste

Es ruckelt. Wir sitzen in einem Bus, der in Richtung Osten fährt. Laut Reiseberichten erwartet uns dort eine unverbaute Küste. Und das können wir bestätigen, als wir in dem kleinen Kaff namens Nilaveli in der Nähe der Stadt Trincomalee ankommen. Über eine staubige Piste laufen wir zum Strand, wo wir in der einzigen Budget-Unterkunft weit und breit absteigen.

In Nilaveli gibt es nicht viel zu machen. Am breiten Sandstrand herumlümmeln, das ist eine Beschäftigungsmöglichkeit. Die andere ist einen Schnorchelausflug zur vorgelagerten Pigeon Island zu unternehmen, was wir uns nicht nehmen lassen.

Ella: Backpackermagnet im Hochland

Nach dem Aufenthalt an der Ostküste hat es uns wieder in das zentrale Hochland von Sri Lanka verschlagen. Genauer gesagt nach Ella. Das Dorf mit seiner grünen Umgebung wirkt wie ein Magnet auf Rucksacktouristen, dementsprechend gibt es eine große Auswahl an Unterkünften. Wir machen es wie so oft während unserer Reise durch Sri Lanka: Wir lassen uns von einem Tuk-Tuk-Fahrer „abschleppen“. Er vermietet ein Zimmer zu einem fairen Preis an Reisende. Wir schlagen zu.

Unsere zweite Amtshandlung in Ella: Wir spazieren durch die Teeplantagen, die sich rund um das Dorf ausbreiten. Nach rund einer Stunde gelangen wir zu einer Brücke, über die die aus Colombo kommenden Züge brettern. Schon aus vielen Kilometern Entfernung hören wir das Schnaufen der Lok. Zudem sind wir auf den Hügel Little Adam’s Peak gewandert.

Udawalawe: Zu Besuch bei der Elefantenfamilie

Wir sind auf der Suche nach Dickhäutern. Und daher machen wir uns auf den Weg zum Nationalpark Udawalawe, der für seine große Elefanten-Population berühmt ist. Doch zuerst bekommen wir „nur“ Wasserbüffel zu Gesicht, die sich an einem großen Wasserloch aufhalten. Der Himmel ist dunkel, Regen kündigt sich an.

Der Geländewagen setzt sich wieder in Bewegung. Es geht durchs Dickicht. Und dann ist es soweit: Erst entdecken wir eine Elefantenfamilie, dann die zweite.

Tangalle: Traumstrand im Süden

Wir sind an der Südküste. Das touristische Epizentrum Sri Lankas. Eigentlich gibt es hier Touristen en masse. Momentan aber nicht. Denn es ist Regenzeit in den südlichen Gefilden des Inselstaates. Die Sonne strahlt trotzdem um die Wette. So muss es sein.

In Tangalle steigen wir in das Tuk-Tuk eines freundlichen alten Mannes, der uns in einem Imbiss am Busbahnhof erzählt hat, dass er eine tolle Unterkunft direkt am Strand Marakolliya besitzen würde. Das dreirädrige Gefährt schießt über eine Schotterpiste, auf der rechten Seite von uns schwappt der Ozean hin und her.

Er hat uns nicht zu viel versprochen. Das kleine Häuschen ist idyllisch gelegen. Auf der einen Seite befinden sich der Strand – an dem wir viele Stunden verbringen –, auf der anderen Seite eine Lagune – durch die wir mit einem Kanu paddeln. Nur zu gerne bleiben wir mehrere Tage an diesem wunderschönen Ort.

Mirissa: Tourismuszentrum mit goldenem Sand

Mirissa ist eigentlich nichts Besonderes. Eine große Straße führt durch die Ortschaft. Viele Hotels, wenig Charme. Doch wenn man sich von der großen Straße entfernt und den nahegelegenen Strand erreicht, ist das alles schnell vergessen. Besonders schön sieht der Strandabschnitt von einem nahe gelegenen Felsen aus.

Dikwella: Ein Buddha, der alles überragt

Buddha ist groß. Zumindest in der Ortschaft Dikwella an der Südküste des Inselstaats. Von Mirissa unternehmen wir einen Ausflug zu der heiligen Stätte.

Vor Ort mischen wir uns unter die Pilger, die die goldene, riesige Buddha-Statue bestaunen. Wir schließen uns ihnen an.

Galle: Schöne Architektur in alten Gassen

Nach den Strandtagen betreten wir wieder eine Stadt – und zwar in Galle an der Südwestküste. Besonders auffällig in Galle: Die von den Niederländern errichtete Festung, die größte erhaltene europäische Festung in Südasien, und die schmucke Altstadt.

In Galle verbringen wir entspannte Stunden. Wir spazieren durch die Kopfsteinpflastergassen und bestaunen die schöne Architektur der alten Häuser. Immer wieder kommen uns Plätze und Ecken der Stadt bekannt vor. Kein Wunder, denn die Altstadt von Galle sieht der Altstadt von Cartagena in Kolumbien zum Verwechseln ähnlich.

Colombo: Abschluss unserer Sri-Lanka-Reise

Der letzte Stopp unserer Rundreise: Colombo. Die Hauptstadt von Sri Lanka wollten wir eigentlich komplett meiden. Aber auf dem Weg zum Flughafen ist es dann doch soweit. Wir gehen zum Meer. Und setzen uns auf eine Wiese, Hochhäuser ragen um uns herum in Richtung Himmel. Dahin geht es auch für Drachen, die Kinder steigen lassen. Und wir bald auch, denn der Rückflug nach Deutschland steht unmittelbar bevor.

Vielen Dank an Lonely Planet für den Reiseführer, mit dem wir unsere Reise geplant haben.

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