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Sonne-Mond-See: Schön und beliebt

Der Sonne-Mond-See im Zentrum von Taiwan gilt als eines der bekanntesten Touristenziele der ostasiatischen Insel. Reisehighlight oder Touristennepp? Ein bisschen was von beidem. Doch die Schönheit des Sees und dessen grüner Umgebung, die wir mit Fahrrädern erkunden, sind schon alleine einen Besuch wert.

Sonne-Mond-See. Shuishe heißt der Ort am nördlichen Ufer des Sonne-Mond-Sees, wo uns der aus Taipeh kommende Bus ausspuckt. Das erste, was wir erblicken: Bunte Schilder, auf denen chinesische Schriftzeichen um die Aufmerksamkeit der Touristen buhlen, zahlreiche in die Höhe gebaute Hotels, die sich dummerweise an Hässlichkeit überbieten, und Geschäfte, in denen vor allem Fahrräder und Motorroller verliehen werden. So weit, so schlecht. Aber der erste Blick, den wir vom Sonne-Mond-See erhaschen, verändert unsere Stimmung. Schön ist es. Am Sonne-Mond-See.

Der positive Eindruck festigt sich am kommenden Tag, als wir bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen im Winter um den See radeln. Rund 33 Kilometer beträgt die hügelige Strecke, die zum einen beeindruckende Ausblicke auf den Sonne-Mond-See garantiert, zum anderen mit einigen Sehenswürdigkeiten am Straßenrand aufwartet.

Überwältigender Wenwu Tempel

Wir fahren im Uhrzeigersinn um den See. Unser erster Stopp ist der Wenwu Tempel. Wir stellen die Fahrräder am Eingang der Anlage ab. Fahrradschlösser haben wir nicht. Die werden in Taiwan wohl auch nicht benötigt. Wir steigen die Treppenstufen nach oben.

Der Wenwu Tempel am Sonne-Mond-See.

Der Wenwu Tempel am Sonne-Mond-See.

Die roten Fassaden und goldenen Dächer des Tempels funkeln im grellen Sonnenlicht. Und vor dem Eingang wachen riesige Drachen über den heiligen Ort, der laut Reiseführer besonders bei Studenten beliebt ist, die hier vor wichtigen Prüfungen um heiligen Beistand bitten.

Beistand benötigen wir in diesem Moment nicht. Wir schlendern durch die einzelnen Bauwerke – und bestaunen die Schönheit des Wenwu Tempels. Und auf einmal stehen wir auf einer Terrasse oberhalb des Tempels. Der Aussicht auf das blaue Wasser des Sonne-Mond-Sees lässt uns fast verstummen.

Sonne-Mond-See aus der Vogelperspektive

Etwa eine Stunde verbringen wir im Wenwu Tempel. Dann setzen wir unsere Fahrradtour fort. Es geht bergab, wir lassen rollen. Die Bremsen unser Drahtesel betätigen wir kurz vor einer Seilbahn, deren Gondeln den bewaldeten Berghang nach oben schnellen. Wir kaufen Tickets – und schweben kurze Zeit später über verzweigte Bäume hinweg.

Die Seilbahn stoppt im Grünen, wo ein Dorf im Stil früherer Zeiten nachgebaut sein soll, das jedoch eher etwas von einem folkloristischen Freizeitpark zu haben scheint. Das tun wir uns nicht an. Wir fahren zurück und schießen dabei Fotos. Im Fokus betrachten wir den See aus der Vogelperspektive.

Grandioser Ausblick von der Cien Pagode

Nach einem Zwischenstopp am Xuanzang Tempel quälen wir uns mit unseren Fahrrädern einen steile Seitenstraße nach oben. Die fast 50 Meter hohe Cien Pagode, die auf einem Berg oberhalb des Sees thront, ist unser Ziel. Ein lohnenswertes, wie sich wenig später herausstellt.

Die Cien Pagode am Sonne-Mond-See.

Die Cien Pagode am Sonne-Mond-See.

Wir eilen die Stufen der Pagode hoch. Bis wir unter dem Dach stehen und den spektakulärsten Blick des Tages auf den Sonne-Mond-See genießen. Wir wenden uns der Gebirgskette zu. Nebel wabert zwischen den Gipfeln.

Als wir kurz vor dem Sonnenuntergang wieder in der Ortschaft Shuishe ankommen, ist es uns klar: Der Sonne-Mond-See ist nicht umsonst eines der beliebtesten Reiseziele Taiwans.

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