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Petra: Aus Stein geschlagen

Für die meisten Touristen ist Petra das Highlight ihrer Jordanien-Reise. Auch uns hat die Felsenstadt, die wir zwei Tage ausgiebig erkundet haben, in ihren Bann gezogen.

Petra. Es ist ein Anblick, der uns bereits vor unserem Aufenthalt in Petra aus Filmen – zum Beispiel „Indiana Jones und der letzte Kreuzzug“ – und von Fotos vertraut vorkommt. Und trotzdem begeistert er uns. Denn am Ausgang der Schlucht, des sogenannten Siq, wartet das vielleicht schönste und sicherlich das berühmteste Bauwerk der Felsenstadt: das Schatzhaus.

Zuerst können wir durch den Spalt in der Schlucht nur einen Bruchteil des Gebäudes erkennen. Dann stehen wir vor dem über 40 Meter hohen und 30 Meter breiten Bauwerk. An einer der Wände fallen uns Einschusslöcher auf. Beduinen hatten versucht, mit Gewehrschüssen den vermeintlichen Behälter des Schatzes zu zerstören und somit zu öffnen.

Die größte Touristenattraktion Jordaniens

Wir sind in friedlicher Mission unterwegs und verbringen zwei komplette Tage in der Stadt aus Stein. Und das ist auch sinnvoll, denn es gibt viel zu entdecken – und das auf einer riesigen Fläche. Klar, einige Besucher besichtigen Petra an einem Tag. Dabei müssen sie aber hetzen – oder sie bekommen nur einen kleinen Teil von Petra zu Gesicht, das häufig als achtes Weltwunder der Antike bezeichnet wird und ohne jeden Zweifel die größte Touristenattraktion Jordaniens ist. Das Volk der Nabatäer schlug diese Stadt vor über 2.000 Jahren in die Sandsteinwände. Petra war ein wichtiger Knotenpunkt auf den Handelsrouten für Gewürze und Seide.

Nun passieren wir zahlreiche Kamel-Taxis und ihre geschäftstüchtigen Besitzer, die auf Kundschaft warten. Wir bevorzugen es jedoch, die Anlage auf eigene Faust und zu Fuß zu erkunden. Bereits kurz nach dem Schatzhaus geht es vorbei an ersten aus dem Fels geschlagenen Gräbern, die mit aufwändigen Inschriften verziert sind. Rund 500 dieser Gräber sind noch immer vorhanden.

Es geht hoch hinaus

Dann erblicken wir das große, von den Nabatäern im römischen Stil erbaute Theater. Wir klettern auf einen Felsvorsprung und nehmen das Bauwerk in Augenschein. Circa 3.000 Zuschauer sollen im Theater Platz gefunden haben. Wir drehen uns allerdings wieder um und steigen eine lange steinige Treppe empor, die irgendwo zwischen den roten Felsen verschwindet.

Stufe für Stufe geht es nach oben. Langsam aber sicher. Die Treppe befindet sich in diesem Moment noch im Schatten, es ist empfindlich kühl. Als wir auf einem Plateau stehen, strahlt uns die Sonne ins Gesicht. Ein Obelisk zeigt Richtung Himmel. Und wir staunen über den Blick aus der Vogelperspektive auf die sogenannte „Königswand“. Der Name geht darauf zurück, dass sie eine Aneinanderreihung von insgesamt 13 Königsgräbern darstellt. Menschen wuseln umher, die von hier oben eher wie kleine Ameisen aussehen.

Ein Streifzug durch das ehemalige Stadtzentrum

Im Anschluss gehen wir die Treppen auf der anderen Seite des Plateaus hinunter. Bei dem Abstieg bekommen wir weitere Gräber und imposante Bauwerke zu Gesicht. Einige davon haben eine besonders interessante rote Färbung.  Nach einiger Zeit laufen wir an großen Säulen vorbei und erreichen eine Ebene, auf der sich zu Zeiten der Nabatäer das Stadtzentrum befunden haben muss.

Heutzutage gibt es hier noch eine gepflasterte Straße – die ehemalige Hauptverkehrsader Petras. Wir streifen durch die Überreste einer Tempelanlage und eines Palastes, die am Straßenrand standen. Am Ende der Säulenstraße gelangen zu den Königsgräbern, die wir jetzt ganz aus der Nähe bestaunen können.

Das Schatzhaus bei Nacht

Nachdem wir uns nach einem langen Tag in der Felsenstadt im Hotel ausgeruht haben, schreiten wir erneut durch den Siq. Dieses Mal in der Dunkelheit. Denn wir schließen uns der Tour „Petra bei Nacht“ an, bei der die Schlucht mit zahlreichen Lichtern beleuchtet ist. Noch mehr Kerzen gibt es am Schatzhaus, das im flackernden Licht schemenhaft zu erkennen ist. Ein atmosphärischer Ausklang unseres ersten Tages in Petra.

Zum Abschluss begeistert uns das Kloster Ad-Deir

Während des zweiten Tages in der Felsenstadt konzentrieren wir uns vor allem auf die Erkundung des Ad-Deir-Klosters, das 40 Meter hoch und 47 Meter breit ist. Um das Kloster zu erreichen, müssen wir zuerst einen felsigen Wanderpfad mit 800 Stufen, der sich in Serpentinen bis zu einer Hochebene windet, hinaufkraxeln. Ein majestätischer Anblick wartet auf uns und rundet unseren Besuch in Petra ab.

4 Kommentare

  1. Susanne Hosang sagt

    Neben diesen imposanten Bauwerken, welche hier in fantastischen Bildern zu sehen sind, hat Petra eine weitere Attraktion zu bieten: Die Bdoul Beduinen! Die Nachkommen der Nabatäer begeistern mit ihrer Gastfreundlichkeit, der Fröhlichkeit und ihrem süssen Schwarztee so manches Touristenherz!

  2. Vielen lieben Dank für diesen tollen Bericht und mit den wunderschönen Fotos! Petra ist eines der Ziele, die ich irgendwann auch unbedingt einmal sehen möchte – bis es soweit ist, (wird wohl noch dauern – derzeit planen wir einen Roadtrip durch Italien) freue mich an Blogs und Artikeln wie eurem!

    Vielleicht kommt ihr mal bei uns vorbei? Auch wenns „nur“ bella Italia ist ? :)

    http://www.le-mie-foto.de

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