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Istanbul, traumhafte Stadt am Bosporus

Derzeit bestimmen Nachrichten über Terroranschläge das Bild der türkischen Metropole. Doch Istanbul ist eine Stadt wie aus Tausendundeiner Nacht. Ein Ort mit Herz und Charme im Überfluss. Istanbul, die große Schönheit der Türkei.

Istanbul. 2. Januar 2015. Es schneit. Die Luft ist klar und kalt, als wir in Istanbul gelandet sind und aus dem Flugzeug steigen. Tiefster Winter im Nordwesten der Türkei. Trotzdem ist die Vorfreude auf die Megametropole Istanbul riesengroß.

Wir verbringen fast eine Woche bei unseren Freunden Müge und Nazem, die im asiatischen Teil der Stadt wohnen. Besser gesagt: am äußersten Stadtrand.

Wir sitzen im Auto unseres Gastgebers Nazem. Zähfließender Verkehr auf der Autobahn. „Das ist okay. Wir rollen immerhin ein bisschen. Meistens steht man auf den Straßen Istanbuls im Stau“, sagt er beiläufig.

Die Nacht ist angebrochen. Die vielen Lichter der Hochhäuser und Wohnblöcke durchbrechen die Dunkelheit. Schon jetzt ist klar: Istanbul ist auch ein Monster aus Beton. „Es wird gebaut und gebaut, es nimmt kein Ende, Istanbul verändert sich jede Sekunde, aber leider nicht immer zum Guten.“

Angekommen in der Wohnung unserer Freunde – dort, wo Istanbul fast endet. Ein kleines Apartment mit drei Zimmern, das sich in einem bewachten Wohnkomplex befindet. Weit unter uns entdecken wir einen Pool, der beleuchtet ist.

Wir bevorzugen eher Altbau. Eine zentrale Lage ist auch nicht unwichtig für uns. Unsere Freunde lachen. „Aber nicht hier in Istanbul. Keine Chance. Das ist unbezahlbar.“ Darauf trinken wir erst einmal einen hochprozentigen Raki.

Schaum und Hiebe im Hamam

Am nächsten Morgen machen wir uns nach einem unwiderstehlichen türkischen Frühstuck auf den Weg nach Üsküdar. Ein Stadtteil auf der asiatischen Seite Istanbuls. Es geht in das „Cinili Hamam“. Von außen hat das traditionelle türkische Bad, das im Jahr 1640 erbaut wurde, schon bessere Zeiten gesehen. Von innen ist es allerdings noch gut in Schuss.

Es gibt zwei Eingänge, Frauen und Männer getrennt. Nazem und ich verabschieden uns von Daniela und Müge. Mir kommen Dampfschwaden entgegen, als ich die Tür öffne. Ein älterer Mann mit Schnäuzer sitzt an der Kasse. Er grüßt freundlich, reicht Nazem und mir Handtücher und Bademäntel.

Wenig später sitzen wir auf warmen Steinen im Dampfbad. Es ist stickig. Wir werden gerufen. Zwei Schnauzbartträger (Einstellungskriterium Nummer eins: Schnäuzer) winken uns heran.

Erst bekommen wir heißes, dann kaltes Wasser ins Gesicht und über den Körper geschüttet. Sie schrubben unsere Arme, die sie dabei fast abreißen. Schaum brennt in meinen Augen. Ab und zu gibt es einen Schlag auf den Rücken. Klingt wenig angenehm, ist aber entspannend.

Nach dem Waschgang sitzen wir bei einer Tasse Tee zusammen und gucken ein Fußballspiel der ersten türkischen Liga auf einem kleinen Fernseher.

Qualm der Tabakpfeife

Tag des Müßiggangs. Wir schlendern durch den europäischen Part der Stadt, das touristische Zentrum Istanbuls. Und kehren in eine gemütliche Bar ein, in der wir unseren Teekonsum noch einmal steigern. Eine Wasserpfeife wird auf den Tisch gestellt, wie bei fast allen anderen Gästen auch. Der Tabak schmeckt nach Äpfeln und der Qualm ist raumfüllend.

Danach geht es über den großen Basar. Gewürze, kulinarische Spezialitäten, Lampen & Co. werden angeboten. Die Leute wuseln umher. Es wird um jeden Preis gefeilscht, wie es sich an solchen Orten gehört.

Wir besuchen die beiden touristischen Highlights der Stadt am Bosporus: Hagia Sophia und die Blaue Moschee, die direkt nebeneinander liegen.

Die ehemalige byzantinische Kirche Hagia Sophia, die 537 eröffnet wurde und später eine Moschee wurde, ist heute ein Museum, das es in sich hat. Allein die Kuppel mit einer Spannweite von 32 Metern ist ein Hingucker. Genau wie die kostbaren Innendekorationen, die wir ausgiebig bestaunen.

Die Sultan-Ahmed-Moschee, die aufgrund der vielen blau-weißen Fliesen auch als Blaue Moschee bekannt ist, ist unser nächstes Ausflugsziel. Besonders auffällig sind die sechs Minarette. Es gibt nur zwei Moscheen auf der Welt, die mehr Minarette aufweisen. Wir erkunden die Blaue Mosche, lassen uns dabei Zeit. Das kolossale, beeindruckende Bauwerk werden wir so schnell nicht vergessen.

Let’s go fishing

Die Meerenge Bosporus trennt Europa und Asien und verbindet das Schwarze Meer mit dem Marmarameer. Der rund 30 Kilometer lange Bosporus ist in Istanbul fast allgegenwärtig. Und wir genießen Ausblicke auf Istanbul von einer Fähre, die über den Bosporus schippert. Auch beim sogenannten Goldenen Horn – eine langgezogene Bucht mit einem natürlichen Hafen – schauen wir vorbei.

Einen Besuch wert ist ebenfalls die Galatabrücke, die ins Hafenviertel von Karaköy führt. Auf der Brücke treffen sich täglich hunderte Fischer, um den großen Fang zu landen. Ein Bild, das wohl die meisten umgehend mit Istanbul verbinden.

Zum Abschluss lassen wir einen der Tage im wunderschönen Istanbul auf einer Dachterrasse in der Nähe des Galataturms ausklingen. Spektakulärer Sonnenuntergang inklusive. Istanbul macht einfach Spaß und hat uns definitiv nicht zum letzten Mal gesehen.

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