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Tipps & Tricks Venezuela

Venezuela gewinnt die Kategorie „Das abenteuerlichste Land auf unserer Südamerika-Reise“ mit Abstand: Geldtausch in einer Wohnung in einem Hostel, eine unzureichende Infrastruktur, die Reisende vor Probleme stellt, und Fahrten in schrottreifen Taxis sind nur einige Belege dafür. Wir haben Tipps & Tricks gesammelt, die Euch bei Eurem Aufenthalt in Venezuela garantiert von Nutzen sein werden.   

1. Mit genügend US-Dollar einreisen und diese gewinnbringend tauschen:

Wir klopfen an eine fast verrottete Holztür in einem Hostel in Santa Elena. Schritte auf knarzendem Boden sind zu vernehmen. Ein älterer Herr öffnet. Er rückt die kleine Brille auf seiner Nase zurecht und bittet uns herein. „Wie viel US-Dollar wollt Ihr tauschen?“ – so beginnt er das Gespräch. Wir einigen uns schnell. Tauschgeschäfte blühen aufgrund der immensen Inflation in Venezuela. Die venezolanische Währung, Bolívar Fuerte, verliert mehr und mehr an Wert. Im August 2014 war es möglich, für einen US-Dollar 67 Bolívar Fuerte zu bekommen. Hätten wir hingegen Geld an einem Bankautomaten gezogen, wäre das Verhältnis zu diesem Zeitpunkt eins zu sechs gewesen. Geld zu tauschen, lohnt sich also. Und wie!

2. Preiswert in Mérida über den Wolken fliegen oder in einer Schlucht Adrenalin ausströmen:

Gemäß dem Fall Ihr habt Euer Portemonnaie zu einem guten Kurs aufgefüllt, könnt Ihr in Mérida, dem Abenteuersportzentrum Venezuelas, für umgerechnet rund 30 Euro einen Paragliding-Flug oder eine Canyoning-Tour buchen. In keinem anderen Land Südamerikas haben wir solch günstige Abenteuersport-Angebote ausfindig machen können. Also: Worauf wartet Ihr noch? Stürzt Euch ins Abenteuer!

3. Bei Busfahrten am besten einen Extra-Pullover anziehen und zusätzlich in eine Decke kuscheln:

„Der Bus ist klimatisiert“, sagt der Ticketverkäufer einer venezolanischen Busgesellschaft zu uns. Stolz schwingt in seiner Stimme mit. Wir denken uns in diesem Augenblick nichts weiter dabei. Als wir in den Bus einsteigen, haben wir jedoch umgehend das Gefühl, in Sibirien einzureisen. Dass den bereits im Bus sitzenden Passagieren keine Eiszapfen von den Nasen herunterhängen, wundert uns bei den arktischen Temperaturen im Inneren des frostigen Gefährts dann doch ein wenig. Wir ziehen alles an, was unser kleiner Rucksack zu bieten hat. Aber wir frieren trotzdem. Vor allem die Frostbeulen unter Euch sollten bei Busfahrten in Venezuela mindestens einen Extra-Pullover griffbereit haben. Auch eine Decke schadet ganz bestimmt nicht.

4. Sich spätestens um fünf Uhr morgens am Busbahnhof anstellen, um Bustickets zu kaufen:

Ja, Ihr habt richtig gelesen. In Venezuela ist es nicht möglich, Bustickets im Voraus zu kaufen. Deswegen wird geraten, am gewünschten Reisetag um fünf Uhr morgens am Busbahnhof zu sein. Auch wir haben uns in aller Herrgottsfrühe in die Warteschlange vor dem Büro einer Busgesellschaft eingereiht, um Fahrkarten zu kaufen. Leider erfolglos. Denn als wir nach über drei Stunden Wartezeit endlich an der Reihe waren, teilte uns die Dame am Ticketschalter mit, dass nur noch eine Fahrkarte zu haben ist. Pech gehabt. Zu unserer Wunschdestination konnten wir an diesem Tag also nicht fahren. Wir haben spontan umdisponiert und Tickets für einen anderen Zielort erworben. Unsere Erfahrung zeigt also, dass man sich spätestens um fünf Uhr am Busbahnhof anstellen sollte (am besten noch früher) – und auch dann ist es leider nicht garantiert, dass Ihr die ersehnten Fahrkarten in den Händen halten werdet.

5. Die Grenze nach Venezuela auch ohne Touristenkarte problemlos passieren:

Bevor wir an die brasilianisch-venezolanische Grenze gefahren sind, haben wir in unserem Reiseführer gelesen, dass eine sogenannte Touristenkarte beim Grenzübergang erforderlich ist – und diese Karte würden Reisende beim venezolanischen Konsulat in Manaus ausgestellt bekommen. Als wir in der brasilianischen Amazonas-Großstadt jedoch vor verschlossenen „venezolanischen“ Türen stehen, versuchen wir, die Grenze ohne die ominöse Touristenkarte zu passieren. No risk, no fun. Diese Einstellung zahlt sich aus. Denn an der Grenze möchte niemand eine solche Karte von uns sehen. Bienvenidos a Venezuela. Willkommen in Venezuela.

6. Noch mit etwas venezolanischem Geld zum Grenzübergang von Venezuela nach Kolumbien an der Karibikküste aufbrechen:

Um möglichst schnell zur venezolanisch-kolumbianischen Grenze an der Karibikküste zu gelangen, nimmt man von der Stadt Maracaibo am besten ein Taxi. Die Taxifahrt kostet 600 Bolívar Fuerte pro Person. Reisende müssen damit rechnen, dass mehrere Polizei- bzw. Militärkontrollen auf dieser Strecke durchgeführt werden. Wir mussten vier (es können bis zu 30 sein) dieser Checks über uns „ergehen“ lassen. Am Grenzübergang angekommen, muss man eine Ausreisesteuer in Höhe von rund 130 Bolívar Fuerte zahlen. Also noch ein wenig venezolanisches Geld im Portemonnaie haben!

2 Kommentare

  1. renecorina sagt

    Punkt 3 & 6 kommen uns bekannt vor! Aber alles ward gut…ähnliches bald in FaM, aber anders :-)

    • Von einer Reise

      Aber nur ähnlich. Ich hoffe, dass ich mich ab dem 19.10. wieder auf die Deutsche Bahn verlassen kann. Obwohl da ein Extra-Pullover auch nicht schaden kann ;-) Bis sehr bald.

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